Es hat geklappt! In der Nacht sind zwar Woken aufgezogen, heute Morgen war es aber so gut wie windstill und kein Regen in Sicht. Das heißt die Ballons durften aufsteigen. Um halb fünf wurden mit mit einem Minibus eingesammelt. Es scheint als sei die ganze Umgebung schon auf den Beinen. Aus allen Gassen kommen Minibusse und Jeeps mit großen Körben auf den Anhängern. Der erste Stopp ist bei einem Café, es gibt Tee, Kaffee und Gebäck und wir warten. Lieber hätten wir eine halbe Stunde länger geschlafen oder beim Aufbau der Ballons zugeschaut, aber das gehört wohl zum Prozedere. Als wir endlich zum Startplatz fahren sind wir überwältigt. Zwischen den Felsen werden geschätzte 100 Ballons aufgeblasen. Sie liegen in langen Reihen oder verstecken sich hinter Feenkaminen. Die Körbe werden vollgepackt mit Menschen. Wir landen in einer Gondel für 28 Personen, haben aber Glück und bekommen eine Ecke des Korbes.
Die Kulisse ist ein Traum! Überall bunte Ballons im ersten Morgenlicht, die über der bizarren Landschaft schweben. Unser Pilot ist topfit und steuert unser Gefährt durch enge Täler, meist dicht über den Büschen oder Felsen. Wir sehen viele Höhlen und Felskirchen, kleine Flächen mit Weinreben und Vogelnester. Zum Ende der einstündigen Tour steigen wir auf 1.500 Meter auf und haben einen Überblick über die ganze Gegend. Lustig ist es zu stehen, wie unten die Minibusse in Richtung Landeplätze wuseln, Jeeps mit Anhängern in Feldwege einbiegen, dann wieder umkehren und einen neuen Platz anfahren. Wir landen sicher auf einer Wiese, bekommen noch einen Sekt, der nach Gummibärchen riecht und laut Oke auch so schmeckt und werden gegen sieben wieder am Campingplatz abgesetzt.
Nach eine Schläfchen machen wir uns auf, um eine der unterirdischen Städte zu besichtigen. Die Wolkendecke ist inzwischen dicht und es ist kühl und windig - aber noch immer trocken. Wir fahren nach Derinkuyu. Hier soll es die größte zugängliche Anlage geben. Neben Derinkuyu werden in Kappadokien noch viele weitere unterirdische Städte vermutet; 36 wurden bislang entdeckt, aber nur die wenigsten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Menschen haben sich hier wohl vor allem bei Bedrohungen versteckt und sind während brenzligen Zeiten in den Untergrund abgetaucht. Wieder einmal ist es spannend zu sehen, was der Mensch so alles zusammenbuddelt.
Am Nachmittag sind wir faul und liegen (in langen Hosen und mit Jacke) am Pool des Campingplatzes rum. Die Wolkendecke ist wieder etwas aufgerissen, es ist aber immernoch recht kühl. Eigentlich ist das unser erster Faulenzertag des Urlaubs... Morgen wollen wir weiterfahren und den kürzesten Weg zum Meer nehmen, was hier allerdings auch noch ca. 1.000 Kilometer Fahrt bedeutet.