Dienstag/Mittwoch, 26./27. Juni 2012
Wir sind in Chorog und brauchen dringend wieder eine Pause. Die letzten zwei Tage im Vakhan-Korridor waren unglaublich beeindruckend. Der Weg hat uns zuerst durch eine völlige Einöde mit Salzseen unter blauem Himmel, Bergbächen, Weitblick und tollen Schotterpisten geführt, dann kamen wir in ein Tal mit grünen blühenden Oasen am breiten Panj-Fluss. Auf der einen Seite Tadschikistan, auf der anderen Seite des Flusses Afghanistan und der Hindukusch mit schneebedeckten Sechstausendern.
Einhändig fahren können wir jetzt perfekt – immerzu steht jemand an der Straße und winkt, Kinder und Hunde laufen einem hinterher und jeder nickt uns freundlich zu. Nach den recht eintönigen Tagen in den Bergen, in denen das Grau-braun der Felsen nur durch das Blau des Himmels und der Seen unterbrochen wurde, überschlagen sich hier die Farben. Die Felder sind grün, der Raps blüht, die Frauen tragen bunte Tücher in leuchtenden Farben, die Männer farbenfrohen Pamirhüte.
Chorog ist eine Bildungsoase mit einer von Aga Khan unterstützten Universität. Es gibt viele junge Leute und die meisten sprechen Englisch. Außerdem ist der Ort Dreh- und Angelpunkt aller Pamir-Reisenden. Den Abend haben wir in einem indischen Restaurant verbracht. Bruno, Matthias, Milan und Christoph sind mit ihren KTMs unterwegs nach Murghab und Laurence erwandert sich die Gegend. Außer uns waren noch etwa 15 weitere Touristen dort. Es werden Informationen über die Strecke, Übernachtungsmöglichkeiten usw. ausgetauscht. Morgen werden wir hier einen gemütlichen Tag im Park, auf dem Basar oder am Fluss verbringen.

