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Mittwoch, 21. Juli 2010

wieder da

Wir sind wieder zu Hause.
Unsere Flüge von Ulan Bator nach Moskau und weiter nach Frankfurt haben gut geklappt. Unser Gepäck hängt zwar noch irgendwo zwischen Moskau und hier, die Gepäckverfolgung hat aber gut geklappt uns unsere Taschen sollten heute vormittag noch bei uns eintreffen. Unsere hart erarbeiteten Stempel wollte bei der Ausreise übrigens kein Mensch sehen. Aber gut - hätten wir ihn nicht gehabt...

Jetzt gilt es dem Jetlag keine Chance zu geben und langsam aber sicher wieder im Alltag anzukommen. Einfach auf's Motorrad setzen und wieder wegfahren geht nicht - die sind noch in Ulan Bator und wir hoffen sie in ein paar Wochen heil wieder in Empfang nehmen zu können.

Vielen Dank für die netten Kommentare. Wir haben uns immer wieder auf ein Internetcafe und neue Nachrichten von zu Hause gefreut.

Bis bald mit weiteren Bildern und Erzählungen.

Montag, 19. Juli 2010

nach Hause

Jeder Urlaub geht leider irgendwann zu Ende. Wir sind seit viereinhalb Wochen unterwegs und heute ist unser letzter Tag. Die Papiere sind gestempelt und die Motorraeder stehen auf dem Zollgelaende im Container. Alle die sich Sorgen gemacht haben dass uns auf den Motorraedern etwas passieren koennte koennen sich jetzt also entspannen ;o)

Die Taschen stehen fertig gepackt in unserer Jurte und fuer morgen frueh fuenf Uhr ist das Taxi bestellt. Wenn alle Fluege klappen sind wir morgen mittag schon wieder in Deutschland.

Wir geniessen die letzten mongolischen Sonnenstrahlen und freuen uns auf den Sommer zu Hause (von dem Ihr hoffentlich noch etwas fuer uns uebrig gelassen habt).
Bis bald!


Sonntag, 18. Juli 2010

Steppe

Wie schon geplant haben wir es geschafft und sind in die Steppe gefahren.
Keine 50 km vor der riesigen Stadt faengt die echte Mongolei an! Die Strassen loesen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Nichts auf und man faehrt auf Pisten durch die Weite. Karten gibt es eigentlich keine, zur Orientierung gibt es Fluesse, Berge und die netten Steinhaufen die Ihr auf dem Bild seht. Was sie bedeuten wissen wahrscheinlich nur die Eingeweihten, fuer uns sehen sie hauptsaechlich nett aus.
Ueberall sieht man Jurten, reitende Hirten und Schaf-, Kuh- und Pferdeherden soweit das Auge reicht. Sogar Geier, Adler und eine Antilope haben wir gesehen.
Das Wetter war wie Ihr sehen koennt prima. Kurven haben wir auch gefunden und trockene Flussdurchfahren, jede Menge Schlagloecher, Sand, Steine und viel viel viel Staub.

Und wer das Suchbild ganz unten loesen kann, der findet auch heraus wo wir uebernachtet haben :o)

Noch zweimal schlafen, dann geht es schon nach Hause - falls wir morgen den entscheidenen Stempel bekommen...




Freitag, 16. Juli 2010

Ulan Bator

Heute war richtig schönes sonniges Wetter - und was haben wir gemacht? Wir sind durch die verschiedensten Staus von einem Büro zum nächsten gefahren und haben versucht unsere Papiere ausreisefertig zu machen.
Und was hat es uns gebracht? Nix! Naja, das stimmt natürlich nicht ganz, aber der entscheidende Stempel fehlt uns noch. Blöd. Die Mongolei ist noch immer ein Land der Nomaden und Regeln und Vorschriften werden alle Nase lang geändert. Das macht es nicht wirklich einfach - selbst für erfahrene Veranstalter - Reisenden wir uns bei der Ausreise zu helfen. Aber wir sind guter Hoffnung und haben für Montag morgen einen weiteren Termin an dem wir hoffentlich unseren Stempel bekommen.
Einen Vorteil hatte es aber - wir haben heute viel von Ulan Bator gesehen. Auf den ersten Blick ein völlig chaotischer Versuch eine Stadt aufzubauen, auf den zweiten Blick dann aber doch irgendwie sympathisch. Eine Welt voller Gegensätze wie Ihr auf den Bildern sehen könnt.

Der Plan ist morgen noch einmal raus in die Steppe zu fahren um ein kleines Stück der echten Mongolei zu sehen. Leider ist gerade Regenzeit (wie wir die letzen Tage deutlich gemerkt haben). Wir hoffen das Wetter macht uns in Form eines Gewittertages keinen Strich durch die Rechnung. Wir werden dann mal kontrollieren ob die unbefestigten Strassen genauso weit geradeaus führen wie die asphaltierten oder ob die mongolischen Zwerge hinter den Hügeln doch noch ein paar Kurven versteckt haben ;o)



Mittwoch, 14. Juli 2010

Mongolei

Wir haben es tatsächlich in die Mongolei geschafft. An der Grenze haben wir ein bißchen Zeit gebraucht, ansonsten war aber nix mit Schikane.
Gestern und heute sind wir durch die wunderschöne Landschaft nach Ulan Bator gefahren. Sie ist (zumindest der Teil den wir bisher gesehen haben) genau wie man sie aus vielen Berichten kennt. In weiten grünen Hügeln sieht man die Jurten als kleine weiße Punkte, die Hirten auf ihren Pferden begleiten die großen Herden die in der Steppe weiden und hin und wieder kommt einem ein Mongole im blauen Kittel mit Schlapphut, sonnengegerbtem Gesicht und Zigarette im Mundwinkel auf einem Motorrad entgegen.
Ulan Bator ist dann das krasse Gegenteil. Viel Verkehr, viel Chaos, viel Lärm.

Im Moment sitzen wir in der "Oase", haben uns in unserer Jurte gemütlich eingerichtet und unterhalten uns nett mit anderen Motorrad- und Wohnmobilreisenden.

Mal sehen was uns hier für die nächsten Tage bis zu unserem Heimflug noch einfällt. Als erstes müssen wir auf jeden Fall den Rücktransport unserer Motorräder organisieren...



Montag, 12. Juli 2010

Ulan Ude

Die Klimaanlage hat den Geist aufgegeben! Wir sind heute morgen bei 15 Grad am See gestartet und haben dann innerhalb weniger Kilometer einen Temperaturanstieg um fast 20 Grad durchgemacht. Kaum ist der Baikal weg faengt man wieder an zu schwitzen.

Bevor wir in die Berge abgebogen sind, haben wir aber noch ein kleines Picknick gemacht. Zuerst haben wir im sibirischen Strassensupermarkt eingekauft (siehe Bild oben) und uns dann ein nettes Plaetzchen gesucht (siehe Bild unten).

Wir sind jetzt in Ulan Ude wo unsere Reise nach Osten ein Ende hat. Ab hier fahren wir nur noch nach Sueden.
Morgen werden wir an der russisch-mongolischen Grenze sein. Mal sehen ob wir es auf die andere Seite schaffen, die Geschichten entgegenkommender Motorradfahrer lassen auf kleine Schinkanen schliessen. Aber das hat man uns von der finnisch-russischen Grenze auch erzaehlt und ausser Muecken hat uns dort nichts und niemand schickaniert.


Sonntag, 11. Juli 2010

Baikal

Wir sind wieder unterwegs - und das ist auch gut so. An Okes Gesicht kann man schon nicht mehr sehen ob er braun oder dreckig ist, es ist also Zeit den Helm wieder aufzusetzen und loszufahren.

Der Weg führt uns an den Schienen der Transsib am südlichen Ufer des Baikal entlang. Hier merkt man eindeutig daß Sommerferien sind. Überall Touris. Dagegen war die Insel ein ruhiges Paradies.
Na gut, ein bißchen kann ich den Trubel verstehen. Der Baikal ist eine super Klimaanlage. In Irkutsk hatten wir heute mittag knapp 32 Grad, sobald man in die Nähe des Sees kommt sinkt die Temperatur aber um 10 Grad. Sehr angenehm.

Mal sehen wieviel wir morgen vom See noch zu sehen bekommen bevor wir dann in Richtung Mongolei abbiegen.

Samstag, 10. Juli 2010

Wie Ihr an den Bildern seht geniessen wir unseren Urlaub. Der Omul war uebrigens sehr lecker. Roh war er nicht ganz mein Geschmack, aber geraeuchert ist er sehr lecker.
Die Tage vergehen wie im Flug und zu berichten gibt es gerade nicht viel, also gibt's wieder Bilder.
Morgen geht's weiter entlang des Sees in Richtung mongolische Grenze. So langsam heisst es also wieder zusammenpacken...




Donnerstag, 8. Juli 2010

Sandkasten

Heute sind wir wie geplant ueber die Insel gefahren und haben - nur fuer Euch - weitere Bilder mitgebracht. Wir waren am noerdlichen Kap der Insel. Dorhin kommt man nur ueber unbefestigte Wege (auf der Insel gibt's nix anderes) - durch die Steppe, den Wald und an der Steilkueste entlang. Sehr schoen!
Das eine Bild ist besonders fuer Juergen: wir haben im Sandkasten eine Extrarunde fuer Dich gedreht. Ein oder zwei Mal mussten wir die Motorraeder wieder ausbuddeln und auf die Nase bin ich natuerlich auch gefallen (keine Sorge, man faellt weich). Wir haben hier uebrigens zwei Twins getroffen die auf dem Weg um die halbe Welt sind...

Naechster Programmpunkt: Omul essen. Das ist ein Fisch den es nur hier im Baikal gibt. Wir werden uns mal durch die komplette Palette futtern - geraeuchert, gebraten, warm, kalt und was die Karte sonst noch bietet.

Letzte Nacht hatten wir uebrigens eine nette Versammlung in der Kantine des Camps. Ortszeit 3.30 Uhr hatten wir die Wecker gestellt und haben uns zum Fussball-Schauen getroffen ;o)
Schade dass das Ergebnis nicht so erfreulich war, aber so muessen wir uns zumindest keine Gedanken machen wie und wo wir das Endspiel sehen koennen.




Mittwoch, 7. Juli 2010

Urlaub!





Heute gibt's Bilder! Wir hoffen Sie machen Euch Lust auf Urlaub ;o)

Wir haben gestern abend an der Kueste uebernachtet und sind heute morgen mit der Faehre nach Olchon gefahren, die Insel auf der vor Jahren "Die Sternenfluesterer" fuer das ZDF gedreht wurde. Hier ist es unglaublich schoen, sehr karg und die Sonne hat uns schon ordentlich zugesetzt, aber sehr, sehr schoen.

Im Moment sitzen wir in einem internationalen Camp im Hauptort der Insel (das auf dem Bild ist ein Blick in die Hauptstrasse von Kuschir), um uns viele Stimmen in englisch, deutsch, japanisch...
Unser Zelt steht direkt an der Steilkueste und wir haben einen prima Ausblick auf das Maloe More, das kleine Meer.

Wir werden die naechsten Tage hier verbringen, viel Sonnencreme verbrauchen und uns den Touris die ueber die Insel fahren anschliessen ... und Euch hoffentlich mit vielen weiteren schoenen Bildern ueberraschen - hier sind tatsaechlich Internet-Cafes, kein fliessend Wasser und nur Plumpsklos, aber Internet-Cafes.

Dienstag, 6. Juli 2010

Irkutsk


Schoenes Staedtchen, dieses Irkutsk.
Wir sind gerade ueber den Markt geschlendert, haben an einer der Buden zu Mittag gegessen und Lenin besucht. Wann immer Ihr in eine russische Stadt kommt, folgt einfach den Schildern zur Lenin- oder Karl-Marx-Strasse, so kommt Ihr immer ins Zentrum. Ich glaube sie haben diese Schilder einmal gedruckt und dann im ganzen Land verteilt.

Draussen ist es zu warm fuer Stadturlaub, also sehen wir zu dass wir heute noch an den Baikal bzw. in Richtung Olchon kommen (ca. 300 km). Dort soll immer ein netter Wind gehen der fuer Abkuehlung sorgt und vor allem die Muecken vertreibt.

Euch einen schoenen Tag - wir sind Euch inzwischen schon sieben Stunden voraus und puenktlich zur Kaffeezeit gibt's ein Eis.

Montag, 5. Juli 2010

durchgeschüttelt

Heute sind wir durch eine Gegend gefahren die der Schnellstraßenbau noch nicht so recht erreicht hat. Es was ein bißchen schüttelig, aber endlich konnten unsere Motorräder mal zeigen wofür sie gebaut wurden. Teilweise ging es recht langsam voran - durch Orte in denen sich die Kinder den Spielplatz mit Kühen teilen und auch mal Pferde die Straße kreuzen, insgesamt war aber alles kein Problem.
Die Sonne ist übrigens auch wieder da und der Weg war definitiv eher staubig als matschig. Wir sehen jetzt ein bißchen aus wie panierte Mehlwürmer und hoffen wir fallen nirgendwo in heißes Fett, das würde ordentlich bruzzeln. Aber wer will schon sauber aus einem Motorrad-Urlaub kommen.

Die Orte haben in Russland übrigens oft sehr nette Namen. Wir sind schon an "Süden" und "Winter" vorbeigefahren, an "sonnig", "fischig" und "kleine Birklein". Einer der letzten Flüsse den wir überquert haben hieß "seeig". Die Russen machen wenn's sein muss aus allem ein Adjektiv, und wenn der Bach steht wird er halt zum See.

Wir sind jetzt schon weit über 7000 km gefahren und von unserem Ziel trennen uns nur noch knapp 200 km - der Baikal ist nicht mehr weit! Morgen geht's nach Irkutsk und übermorgen auf die Insel Olchon - otdichat (ausruhen). Wir sind gespannt ob wir irgendwo einen Platz finden um den See tatsächlich sehen zu können.

Sonntag, 4. Juli 2010

Krasnojarsk

Waehrend Ihr von der Hitzewelle ueberrollt werdet haben wir hier um die 20 Grad und ab und zu ein Gewitter. Zum Fahren sind diese Temperaturen deutlich angenehmer als die Hitze der letzten Woche. Ausserdem tut der Poppes so erst nach drei Stunden weh und nicht schon nach einer.

Im Moment sitzen wir neben lauter Computer-Spielsuechtigen in einem Internet-Club in Krasnojarsk. Gar nicht so einfach hier im Nirgendwo einen Computer zu finden um Euch schreiben zu koennen.

Netterweise ist vor der Tuer der oertliche Markt und wir haben gerade - mal wieder - sehr leckere gefuellte Teigtaschen gegessen. Vorbei an einer grossen Auswahl an Pelzmuetzen und Schuhen hat uns der Weg in den Hinterhof in diesen Club gefuehrt.

Wie wir von anderen Motorrad-Reisenden gehoert haben soll die Strasse ab hier deutlich schlechter bis abenteuerlich werden. Vielleicht gibt's die naechsten Tage also lustige Fotos von hoffentlich dann wieder staubigen statt vermatschten Strassen.
Heute gibt's leider kein Foto. Erstens war das Wetter der letzten Tage nicht wirklich fototauglich, zweitens fehlt mir ein Kabel und in diesem Laden voller Computer ist keins aufzutreiben...

P.S.: Vielen Dank an alle die uns ueber die Fussball-WM auf dem Laufenden halten!

Freitag, 2. Juli 2010

im Gruenen


Ein Ausflug ins Gruene - das war der Plan.
Irgendwie hat es aber nicht so richtig geklappt. Unser erster Ausflug ist in der ersten kleinen Stadt abseits der Schnellstrasse gestoppt worden. Die Strasse ueber die Doerfer haben wir leider nicht gefunden und bei Nachfrage bei ein paar Einheimischen war dann Schluss. Sie wollten uns partout nicht den Weg zur Landstrasse zeigen. Keine Chance - die Strasse sei viel zu schlecht, den Weg kriegen wir nicht. Naja, blieb uns nicht weiter uebrig als zurueck zur Schnellstrasse zu fahren. Immerhin haben wir dort einen Markt mit leckerem Konfekt und gutem Schaschlik gefunden.

Der zweite Versuch waere dann fast schon im Ansatz an der Polizei gescheitert. Mitten im Nirgendwo taucht ein Polizeiauto auf dem Feldweg auf, der nette junge Mann mit den Goldzaehnen (die gehoeren hier offensichtlich in jeden maennlichen Mund der etwas auf sich haelt) hebt die Kelle und fragt was wir in dem Dorf wollen. Auf meine Antwort - nur gucken - schuettelt er den Kopf, sagt lachend etwas zu seinem Kollegen, steigt ins Auto und winkt uns weiter.
Im Dorf waren die Menschen nicht sonderlich beeindruckt von uns, die Tiere haben wir dagegen etwas durcheinander gebracht. Wir sind von einer Gans angegriffen worden, haben ein Schwein aus der Suhle verjagt und viele kleine Gaensebraten durch die Gegend gescheucht. Nur die Hunde sind hier (im Gegensatz zu unseren Erfahrungen mit rumaenischen Hunden) voellig unbeeindruckt von vorbeifahrenden Motorraedern.
Soviel zum Ausflug auf's Land.


Da uns das Wetter heute ein bisschen im Stich gelassen hat bekommt Ihr aber noch ein schoenes Bild aus den letzten Tagen. Dieses Foto schicken wir mit einem besonders lieben Gruss an Evi, Steffi und Karin. Russische Friedhoefe sind super - meist am schattigen Waldrand, herrlich ungeordnet, wild ueberwuchert von Graesern und schoen bunt.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Weite

Wir sind in Sibirien! Die Straßen führen schnurgeradeaus, der Himmel ist unglaublich blau und so weit daß es die Wolken nicht schaffen ihn abzudecken.

Wir hätten heute in die kasachische Wüste abbiegen können (schönen Gruß an Raimund, der müßte gerade dort sein), wären aber spätestens am fehlenden Visum gescheitert. Also haben wir uns wie geplant für die russische M51 entschieden die uns von hier zum Baikal bringt. Wir sind kurz hinter Omsk und hier überwiegt eindeutig die Natur. Es stehen kaum noch Polizeiposten an der Straße, die Dörfer liegen weiter auseinander, dafür werden die fliegenden Nervensägen (Schnaken, Bremsen usw.) dichter. Was uns konstant begleitet sind die Bushaltestellen der Überlandbusse die für viele Menschen die einzige Verbindung nach draußen sind.

Morgen geht's weiter nach Novosibirsk. Wir wollen abseits der "Autobahn" ein Stück über die Dörfer fahren. Mal schauen was es da zu sehen gibt.

Mittwoch, 30. Juni 2010

...nach Asien


Hallo, da sind wir nochmal.
Gestern haben wir die Grenze zwischen Europa und Asien ueberquert. Das fuehlt sich jetzt schon nach richtig weit weg an. Heute werden wir wohl die 4000 km und damit schon fast die Haelfte unserer geplanten Strecke hinter uns gebracht haben.

Die Geschichte mit dem Hotel wollte ich noch erzaehlen. Ich habe gerade richtig viel Spass an alten Hotelkaesten aus der Sovjetzeit. Schon das Hotel in Kazan gehoerte in diese Kategorie und hatte seinen ganz eigenen Charme. Das Hotel hier in Jekaterinburg toppt das Ganze aber noch um einiges. Die Zimmerkategorie die wir eigentlich buchen wollten war nicht mehr zu kriegen, also haben wir uns fuer die guenstigere Variante "Zimmer ohne Bad" entschieden. Zu Beginn schien alles wie immer - Aufzug, langer Gang mit einem Teppich der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat, Holztueren mit goldenen Zimmernummern. Unsere Nummer war aber nicht dabei. Am Ende des Ganges dann wieder eine Tuer und dahinter die Holzklasse!
Die Atmosphaere liegt irgendwo zwischen Jugendherberge und Knast. Gummiboden, Neonlicht, klapprige Zimmertueren,... Die Zimmer selber waren eigentlich gar nicht mal so schlecht, vor allem die Betten waren sauber. Die Duschen waren dann aber das Tuepfelchen auf dem i. Zwei Stock tiefer, mit einer Dame am Schreibtisch die ueber den Eingang zur Gruppendusche wacht. Je nachdem wer gerade kommt wird der Raum zur Damen- oder Herrendusche. Wer nicht dran ist wird auf ein Wartebaenkchen verwiesen.
Geschlafen haben wir ganz gut, aber heute abend suchen wir dann doch lieber wieder ein Trucker-Motel oder einen schoenen Zeltplatz.

Dienstag, 29. Juni 2010

durch den Ural

So langsam aber sicher wird es schwieriger ein Internet-Café zu finden. Heute gibt's mal wieder Nachricht vom Handy.

In den letzten zwei Tagen haben wir den Ural überquert. Heißt es eigentlich durch den Ural oder über den Ural oder durch das Uralgebirge? Naja, von Gebirge kann man - zumindest der Teil durch den wir gefahren sind - nicht gerade sprechen. Es sieht eher aus wie im Taunus. Sanfte Hügel, viel Wald, insgesamt sehr sympathisch. Endlich mal Straßen die nicht nur schnurgerade geradeaus führen.

Gestern abend haben wir zum ersten Mal unser Zelt aufgestellt und bei den Mücken übernachtet. Zum Glück scheint das russische Anti-Mücken-Zeug aber zu funktionieren. Nach den ersten 10 bis 20 Stichen konnten wir die Viecher gut abwimmeln.

Heute sind wir dann bei angenehmen 25 Grad nach Jekatarinburg gefahren und schlafen wieder in einem Hotel, das allerdings auch eine Geschichte wert ist. Davon ein anderes Mal mehr.

Vielleicht finden wir morgen früh noch Zeit zur Post zu gehen (in der man hier Internet-Zugang hat) und ein paar Bilder und Geschichten zu schicken. Wir sind Euch inzwischen schon vier Stunden voraus, es ist also Zeit zum schlafen gehen...

Sonntag, 27. Juni 2010

Kazan


Der gestrige Abend war super. Es gab eine Riesen-Party unterhalb des Kremls. Tausende vor allem jugendlicher Russen waren auf den Strassen und haben gefeiert. Zu unserer Ueberraschung war alles sehr friedlich. Wir haben keine Wodka-Opfer gesehen und trotz massenhaft Polizei war die Stimmung sehr entspannt.
Zur Kroenung des Abends gab es vor dieser Kulissen die Ihr im Bild seht noch ein sagenhaftes Feuerwerk zu Live-Musik von der riesigen Buehne ("all we are saying is give peace a chance...").

Heute haben wir dann einen Ruhetag eingelegt, sind ein bisschen in der Stadt herumgelaufen und haben staendig nach Schatten gesucht. Es ist - ich trau's mich kaum zu sagen - viel zu warm und ich weiss nicht wer auf die dumme Idee gekommen ist im Sommer nach Russland zu fahren. Wer hat noch gleich gefragt wie kalt es im Sommer in Sibirien ist??? Okay, wir sind noch immer vor dem Ural und noch nicht in Sibirien, aber die Wettervorhersage fuer den Osten unterscheidet sich nicht wirklich von dem aktuellen Bericht.

Ab Morgen muessen wir wieder eine paar Kilometer schaffen, sonst haengen wir irgendwann unserem Zeitplan hinterher...

Samstag, 26. Juni 2010

Schaschlik!


Endlich haben wir einen Schaschlik-Stand gefunden. Genau wie man ihn sich wuenscht: in einem schattigen Birkenwaeldchen am Strassenrand, Grillmeister mit Goldzaehnen und ein Haufen Trucker die sich ein halbes Schwein auf Toast zu Mittag goennen.
Ich hatte mir unter Schaschlik eigentlich uebersichtliche Fleischbrocken am Spiess vorgestellt, wie Ihr an Okes Gesicht sehen koennt war aber deutlich mehr dran *grins*. Lecker - das werden wir sicher noch oefter machen.

Im Moment sitzen wir gerade in der Bar des Palace Hotels in Kazan und haben einen Laptop den uns die nette Dame an der Rezeption ausgeliehen hat. Wir sind hier zwar nicht zu Gast (das hat unsere Reisekasse dann doch nicht hergegeben), aber nett gefragt gibt oft eine nette Antwort.

Die Zimmersuche war gar nicht so einfach. In der Stadt ist ein Jugendfestival und hier ist die Hoelle los - das gehen wir uns gleich mal aus der Naehe anschauen.
Der Abend ist warm und sehr angenehm und solange uns die Muecken vom Hals bleiben werden wir noch durch die Stadt ziehen.

Freitag, 25. Juni 2010

raus aus Moskau

Oh wie schön, ein Zimmer mit Klimaanlage. Einfaches Motel, Fenster zur Straße, keine Vorhänge, keine Bilder, kein Fernseher (dafür hat sich die Dame an der Rezeption ausdrücklich entschuldigt), aber sauber, mit Dusche und mit Klimaanlage!
Die letzten zwei Tage in Moskau mussten wir ohne Kühlung auskommen, wodurch die Nächte ehrlich gesagt wenig erholsam waren.

Apropos Moskau. Heute morgen hatten wir noch einmal das komplette Programm - erst Rush Hour in der Metro, dann Stau vom Feinsten. Wir haben geschlagene zwei Stunden für die ersten 40 Kilometer aus der Stadt gebraucht, und das bei 34,5 Grad. Das war kein Spaß! Wir haben Stunden gebraucht um den Flüssigkeitsverlust wieder aufzufüllen.

Der Rest des Tages war dann eigentlich recht unspannend. Ach ja, heute mittag hab ich einen Parkplatz kaputt gemacht. Während wir essen waren hat sich mein Seitenständer in den weich gewordenen Asphalt gegraben. Zum Glück ist das Motorrad stehen geblieben. Wir haben noch schnell ein Bild und uns dann aus dem Staub gemacht. Man weiß ja nie ob gleich einer kommt und sich eine Strafgebühr ausdenkt.
Wobei eigentlich muß ich dazu sagen daß bisher keine unserer Befürchtungen wahr geworden ist. Wir sind noch nicht von der Polizei kontrolliert worden, die LKWs fahren sehr gesittet und die Straßen waren bisher immer in gutem Zustand. Mal sehen ob und wann sich das ändert.

Nochmal kurz zurück nach Moskau. In der Metrostation Ploschad Revolutsii stehen diverse Bronzestatuen. Von den unterschiedlichen Figuren scheint der Hund eines Soldaten eine besondere Bedeutung zu haben. Viele Passanten packen ihm im Vorbeigehen an die Schnauze, verweilen kurz und machen dann Platz für den nächsten. Auch ein Hahn, diverse Knie usw. werden auf diese Weise blank poliert, die Hundenase glänzt aber am meisten. Weiß jemand was hinter diesem Ritual steckt?

So langsam wird's dunkel und mir fallen die Augen zu. Morgen geht's nach Kazan zu den Tataren. Euch wünschen wir ein schönes Wochenende!
Gute Nacht.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Moskau


Nachdem wir uns gestern die Hinterteile plattgesessen haben waren heute die Fuesse dran. Moskau ist riesig und bietet unglaublich viele Sehenswuerdigkeiten. Wir haben uns die Fuesse rundgelaufen und versucht so viel wie moeglich in einen Tag zu packen.
Roter Platz, Basiliuskathedrale, GUM, die tollen Metrostationen, Arbat...
Alles zu sehen geht natuerlich nicht, aber es hat gereicht um zu beschliessen irgendwann einmal wiederzukommen.

Heute wurden wir uebrigens zum ersten Mal mit der Sturheit russischer Uniform-Traeger konfrontiert. Wir wollten auf den Novodevichy Friedhof der eigentlich bis 17 Uhr geoeffnet ist. Wir waren um viertel vor vier dort, die Jungs am Tor hatten aber offensichtlich keine Lust mehr jemanden reinzulassen und haben uns abgewimmelt. Nix zu machen. Naja, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein dass wir uns einer uniformierten Macht geschlagen geben muessen.

Morgen geht's noch einmal zum Fruehstueck in die Stadt und dann wieder rauf auf die Motorraeder und weiter - immer der aufgehenden Sonne entgegen.

Mittwoch, 23. Juni 2010

nach Moskau

Fazit des heutigen Tages: Poppes-Weh!

14 Stunden auf dem Motorrad sind für unsere Hinterteile definitiv zu viel.

Der Weg nach Moskau hat sich gezogen wie Kaugummi. Okay wir haben zwei Stunden und 100 km Umweg gebraucht um die richtige Schnellstraße nach Moskau zu finden. Kartenmaterial in 1:2.000.000 und die spärliche russische Beschilderung haben sich dann doch als ungeeignet erwiesen um sich hier zurechtzufinden. Einmal verfahren endet in den russischen Weiten schnell in einem Riesen-Umweg. Und wir sind noch nicht mal in Sibirien!

Inzwischen ist es viertel vor eins und viel zu warm zum Schlafen. Nach kalten Tagen im Norden haben wir um diese Uhrzeit noch 27 Grad - das kann ja heiter werden...

Dienstag, 22. Juni 2010

St. Petersburg


Heute gibt es gar nicht viel zu berichten - und schöne Fotos gibt es leider auch nicht. Das Wetter war weder für einen ausgiebigen Spaziergang noch für gute Bilder geeignet.

St. Petersburg ist die Stadt der Millionen Fenster. Als Glaser (alternativ auch als Stukkateur) kann man sich hier vermutlich eine goldene Nase verdienen. Unglaublich wieviele Prunkbauten hier rumstehen. Man weiß eigentlich gar nicht wo das Stadtzentrum anfängt und wieder aufhört - überall Riesen-Häuser an großen und kleinen Kanälen, verbunden mit Straßen und Brücken soweit das Auge reicht.

Morgen geht's weiter nach Moskau, ca. 700 km Landstraße liegen vor uns. Angeblich soll's sonnig und sehr warm werden und die nächsten Tage auch so bleiben. Da sind wir ja mal gespannt.

Montag, 21. Juni 2010

вкусный!


Mein ganzer Stolz - ein selbst bestelltes russisches Abendessen!

Hier für meinen Russisch-Kurs:
Суп лапша по-домашнему
Салат швейцаркий
Запеканка картофельная
Блины с мясом и луком и с охотничьими колбасками

Suchrätsel: Welcher Gang fehlt im Bild ;o)

Wir sind drin!


Ach wie praktisch - ein nettes Zimmer in einer hübschen Wohnung und dann auch noch mit Internet-Anschluss. Das verschafft Euch einen weiteren Einblick in unser Reisetagebuch.

Die Fährüberfahrt war recht unspannend - essen, lesen, schlafen, essen, schlafen, lesen - etwa in dieser Reihenfolge.
Ankunft in Finnland bei Regen und 12°C - super Sommerwetter.
Die Fahrt nach St. Petersburg wurde zum Materialtest. Wieviel Regen halten die Regenkombis aus - wir hatten die komplette Palette: von normalen Regentropfen bis zu Duschen von vorbeifahrenden LKWs. Insgesamt recht ungemütlich, aber wer weiß, vielleicht haben wir das komplette Regenkontingent ausgeschöpft und das war's jetzt.

Der Grenzübertritt hätte schnell von statten gehen können wenn man gewußt hätte wie die dusseligen Formulare auszufüllen sind. Mein Russisch reicht zwar um ein Abendessen zu bestellen (das haben wir später am Abend erfolgreich ausprobiert), aber um Formulare auf kyrillisch zu verstehen...
Naja, es hat geschlagene drei Stunden und viele Tipps von Passanten gebraucht bis wir die ZWEI Schalter - Einreise und Zoll - passiert hatten.
Die Russen waren nicht gerade überschwenglich freundlich, aber sie standen der Einreise auch nicht im Weg - das haben wir selber gemacht.

Ach ja - zweimal sind wir schon beklaut worden - einmal von den Finnen und einmal von den Russen. Uns fehlen zwei Stunden Zeit! Bei uns ist es jetzt 23 Uhr (bei Euch gerade mal 21 Uhr) und es will und will nicht dunkel werden, was an den weißen Nächsten St. Petersburgs liegen könnte ;o)
Wir sind hundemüde und freuen uns auf richtige Betten.

Samstag, 19. Juni 2010

Tag 1

Kaum unterwegs und schon haben wir was zu erzählen ;-)

Nach netten Verabschiedungen haben wir uns eine Stunde später als geplant auf die Motorräder geschwungen und den ersten Tag auf der deutschen Autobahn verbracht. Etwa 700 km von zu Hause bis ins schöne Städtchen Rostock.

Schon nach 150 km hatten wir die erste Panne. Okes Erste Hilfe Pack samt Warnweste und Ersatzgurten kam mir bei Tempo 140 auf der Überholspur entgegen geflogen. Das Plastikrohr in dem der Kram untergebracht und das mit Kabelbindern am Rahmen befestigt war hatte sich selbständig gemacht und war dabei sich zwischen Rahmen und Reifen in flüssiges Plastik zu verwandeln. Zum Glück hat der Reifen dabei aber keinen Schaden genommen.
Keine 50 km später hatte ich dann meinen Auftritt. Beim Anfahren an der Tankstelle bleibe ich an Okes Koffer hängen und kaum gemerkt lagen auch schon beide Motorräder dekorativ in der Tankstelle. Keine Sorge - außer ein bißchen Plastikabrieb am Koffer keine Schäden zu verzeichnen.

Naja, was lernen wir daraus: Das GS-Forum hat nicht immer recht (daher kam der Befestigungsvorschlag für die Röhre) und Motorräder mit Koffern sind breiter als man denkt.

Der Rest der Weges war dann aber unspektakulär. Kühle 11 bis 17 Grad und ein paar Regentropfen, zum Glück aber nie so viele daß es sich gelohnt hätte die Regenklamotten auszupacken.
In Rostock haben wir dann für Oke ein neues Erste Hilfe Pack organisiert und in einem netten Steakhouse zu Abend gegessen.

Inzwischen haben wir erfolgreich auf der Fähre eingecheckt und können den Tag langsam aber sicher zu Ende gehen lassen. Unsere Ruhesessel sehen ehrlich gesagt nicht gerade nach einer bequemen Nacht aus, aber wir sind müde genug um ein paar Stunden zu schlafen - egal wo.

noch 9 Stunden

Es ist 1 Uhr nachts und es sieht so aus als wären alle Vorbereitungen abgeschlossen. Noch ein paar Stunden schlafen und dann geht's los. Die Koffer sind gepackt und die wasserdichten Packrollen warten nur noch darauf verzurrt zu werden.

Die letzten Tage waren so voll gepackt dass das Reisefieber noch keine Chance hatte richtig auszubrechen. Ich denke ich werde erst realisieren dass wir tatsächlich unterwegs sind wenn mein Hinterteil morgen gegen Mittag das erste Mal nach einer Pause ruft...

Vielen Dank für all' die lieben Wünsche die wir mit auf den Weg nehmen - damit kann eigentlich gar nix mehr schief gehen.

Bis bald - Evi

Sonntag, 13. Juni 2010

Vorbereitung II

So, heute waren die Kleinteile dran. Thema der Vorhabens: wieviel Krimskrams verkraftet ein Koffer und wie packt man das Zeug so daß man auch wieder drankommt.

Montag, 7. Juni 2010

Die Route


So - damit Ihr eine Vorstellung von dem bekommt was wir uns vorgenommen haben (das Bild kann per Klick vergrößert werden).
Wir wollen von Walluf nach Rostock, dann mit der Fähre nach Helsinki und von dort über Land an die russische Grenze. Die Reise führt uns dann über St. Petersburg und Moskau durch den Ural und Sibirien bis zum Baikalsee. Von dort geht es in die Mongolei nach Ulan Bator und per Flieger zurück nach Hause. Fahrstrecke: ca. 8500 km. Soweit der Plan...

Sonntag, 6. Juni 2010

Vorbereitung


Und was macht wenn man nach Russland fahren will - Schaschlik.
Danke an Jana und Juri für das leckere georgische Rezept ;o)

Unser Blog!

Noch zwei Wochen dann ist es soweit - wir starten zu unserer Russlandtour.
Heute haben wir angefangen zu packen, das heißt wir haben alles zusammengesucht was wir schon vor Wochen und Monaten gelistet haben um es nicht wieder zu vergessen.
Die letzten Schrauben wurden montiert, das Werkzeug und die Ersatzteile sind zusammengesammelt, so langsam wird es ernst.

Einige von Euch sind interessiert, viele eher besorgt wie es uns während unserer Zeit in Russland wohl ergehen wird. Aus diesem Grund richten wir diese Seite ein und versuchen Sie unterwegs mit Infos zu füttern - mal sehen ob's klappt.