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Samstag, 24. Mai 2014

Willkommen in Armenien

Trotz aller Befürchtungen haben wir unsere Hosen noch zu gekriegt und auf die Motorräder haben wir es auch geschafft. Am Vormittag sind wir bei schönstem Wetter durch Kachetien, den Rheingau Georgiens gefahren. Im Unterschied zum Rheingau gibt es aber nicht nur Riesling, sondern an die 200 verschiedene Rebsorten und statt des Taunus stehen hier stattliche 2000er an der Grenze zu Aserbaidschan.

Nach der Ehrenrunde im Osten Georgiens sind wir dann in den Süden zur armenischen Grenze gefahren. Dort hat uns zuerst ein nettes Gewitter empfangen. Die Grenzer waren aber entspannt und freundlich, die wenigen Formalitäten schnell erledigt. Auf der armenischen Seite kam uns dann ein hilfsbereiter junger Mann entgegen, der uns vor den Polizeikontrollen warnen und eine Versicherung verkaufen wollte. 25 Euro für 10 Tage! Na gut. Die Sache mit der Versicherung und den Kontrollen kommt uns bekannt vor (siehe Kasachstan), wird also stimmen. Auch die Vielzahl der Büros spricht für die Notwendigkeit, aber der Preis... Da holen wir doch lieber eine zweite Meinung ein. Der arme Kerl ist heute leider an die falschen Touristen geraten - wir bekommen beide Versicherungen für 7,50 Euro und die Fahrt kann weiter gehen.

Die Menschen, denen wir in der kurzen Zeit begegnen, sind alle sehr nett. Schon an der Grenze wurden wir auf russisch und englisch angesprochen und willkommen geheißen. Auch unterwegs wird gewunken und per Lichthupe und Daumen nach oben gegrüßt (Lichthupe heißt hier nicht, dass an der nächsten Ecke ein Blitzer steht).

Die Landschaft ist toll. Wir fahren durch ein enges Tal, in dem einmal viele Unternehmen tätig gewesen sein müssen. Vieles sieht jetzt verlassen und verfallen aus. Das nächste Gewitter tobt sich aus und wir warten an einer alten Tankstelle auf die nächste Regenlücke. Es ist schon fast dunkel, als wir ein Schild zu einem Hotel sehen. Leider ist dort alles belegt. Aber - als ich erwähne dass wir ein Zelt dabei haben, wird uns schon die Baustelle hinter dem Haus gezeigt und es findet sich ein schickes trockenes und überdachtes Plätzchen für die Nacht. Die Jungs von der Baustelle sitzen noch beim Schaschlick am schon fertigen Kamin und wir werden herzlich eingeladen. Insgesamt ein toller Start in Armenien!