Der Tag schien zuerst recht langweilig zu werden. Die Steppe hält was sie verspricht – es ist eintönig, die Straße endlos gerade und die Temperatur steigt von Kilometer zu Kilometer. Dazu kommt ein permanenter Wind von der Seite, der wie ein warmer Fön für einen steifen Nacken sorgt. Gegen Mittag lag die Fahrtwindtemperatur bei 33°C! Der Tag hätte so enden können, wäre da nicht die ein oder andere Begegnung gewesen.
Gegen 15.30 Uhr sind wir in unsere erste Polizeikontrolle geraten. Der Herr von der Immigration war recht schnell zufrieden gestellt, Pass und Immigrationskarte waren in Ordnung. Der Herr von der Straßenpolizei dagegen war etwas schwieriger. Da mein Beamtenrussisch nicht allzu ausgereift ist, hat es eine Weile gedauert, bis wir uns verständigt hatten. Schlussendlich lief es darauf hinaus, dass eine Versicherung – wohlgemerkt eine kasachische – fehlte. In der Regel bekommt man diese, wenn man über die Grenze fährt. Da unsere Motorräder per Spedition ins Land transportiert wurden, kam die Frage nach der Versicherung nie auf und unser Büro wusste auch nix davon.
Tja – das Wort „Straf" fiel recht schnell, ich wollte es aber vorerst nicht verstehen. Während der Diskussion mit dem Polizisten - er hatte unsere Führerscheine und Fahrzeugpapiere eingesackt - kamen zwei russische Motorradfahrer, deren Papiere offensichtlich in Ordnung waren, sie hatten besagte Versicherung.
Der Polizist wollte als Strafe 500 Dollar haben, die wir natürlich nicht zahlen wollten. Der eine Motorradfahrer fing an, mit dem Polizisten zu diskutieren und konnte ihn auf 100 Dollar runterhandeln. Eigentlich wollten wir stur bleiben und nicht zahlen, aber der Russe meinte, er würde zahlen, weiter runterhandeln hält er für aussichtslos. Nach einigen Diskussionen und Bemühungen meinerseits an die kasachische Gastfreundschaft der Miliz zu appellieren, hat Oke ihm 50 Euro hingehalten und sich die Papiere geschnappt.
Nach weiteren 1 ½ Stunden, in denen uns die Jungs halfen das Versicherungsbüro der Stadt zu finden und die richtige Police zu bekommen, hatten wir dann endlich die Versicherungsscheine, so dass uns in weiteren Kontrollen nichts mehr passieren kann.
Wir haben die Jungs zum Abendessen eingeladen und zusammen mit Ihnen unsere Zelte an einem wunderschön grün-blauen See aufgebaut. Morgen werden wir wohl noch ein Stück zusammen fahren, bis sich unsere Wege wieder trennen.
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Dienstag, 19. Juni 2012
Ein neuer Tag bricht an
Kasachstan - irgendwo in der Steppe - 7.30 Uhr
Wir sind gestern Abend noch lange gefahren und haben entschieden zu zelten. Mitten in den grünen Hügeln, in denen es nach Thymian duftet, haben wir ein schönes Plätzchen gefunden, Anti-Mücke aufgelegt (wir haben noch das gute Zeug aus Russland) und unser Zelt aufgeschlagen.
Jetzt sitzen wir bei gefühlten 28 Grad in der Sonne und essen - na was schon - Piroggen.
Apropos Essen: Schon am ersten Tag waren wir auf dem Bazar und haben Samza (gefüllte Blätterteigtaschen) mit Käse bzw. Kartoffeln und Huhn gegessen und Oke hatte sein erstes Hammelschaschlik. Gestern gab es Hammel auf kasachische Art und ich habe Manty (mit Hack gefüllte Nudeltaschen) gegessen, die leider auch mit Hammel gefüllt waren. Ich kann mich mit diesem Tier in gekochter Form einfach nicht anfreunden.
Im süßen Bereich haben wir aber etwas sehr Feines entdeckt: Tschak-Tschak. Man frittiere Teig in Spätzle-Form und lege ihn dann in Honig ein. Ist gar nicht so süß wie es sich anhört, aber sehr lecker und unglaublich nahrhaft.
So, jetzt müssen wir aber los, kleine Fliegenschwärme nehmen schon die Motorräder in Beschlag - ein deutliches Zeichen aufzubrechen.
Wir sind gestern Abend noch lange gefahren und haben entschieden zu zelten. Mitten in den grünen Hügeln, in denen es nach Thymian duftet, haben wir ein schönes Plätzchen gefunden, Anti-Mücke aufgelegt (wir haben noch das gute Zeug aus Russland) und unser Zelt aufgeschlagen.
Jetzt sitzen wir bei gefühlten 28 Grad in der Sonne und essen - na was schon - Piroggen.
Apropos Essen: Schon am ersten Tag waren wir auf dem Bazar und haben Samza (gefüllte Blätterteigtaschen) mit Käse bzw. Kartoffeln und Huhn gegessen und Oke hatte sein erstes Hammelschaschlik. Gestern gab es Hammel auf kasachische Art und ich habe Manty (mit Hack gefüllte Nudeltaschen) gegessen, die leider auch mit Hammel gefüllt waren. Ich kann mich mit diesem Tier in gekochter Form einfach nicht anfreunden.
Im süßen Bereich haben wir aber etwas sehr Feines entdeckt: Tschak-Tschak. Man frittiere Teig in Spätzle-Form und lege ihn dann in Honig ein. Ist gar nicht so süß wie es sich anhört, aber sehr lecker und unglaublich nahrhaft.
So, jetzt müssen wir aber los, kleine Fliegenschwärme nehmen schon die Motorräder in Beschlag - ein deutliches Zeichen aufzubrechen.
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