Wir sind gut in Thessaloniki angekommen. Die Motorräder stehen sicher bei der Spedition und sollen Mitte nächster Woche verladen werden. Alle Besorgten können mal wieder aufatmen - wir sind als Fußgänger in der Stadt unterwegs.
An unserem letzen Abend in Thessaloniki ziehen wir ein kleines Fazit: die Motorräder haben uns brav über ca. 7.250 Kilometer durch Griechenland, die Türkei, Georgien und Armenien gebracht. Wir haben - wie immer - ein Birnchen bei der 800er wechseln müssen, meine Kette lässt langsam nach und musste ein paar Mal gespannt werden und bei Okes Motorrad haben die Simmeringe aufgegeben.
Wir hatten deutlich mehr kühle Tage, als wir erwartet hatten - worüber wir nicht böse sind, Motorradfahren bei Hitze ist nur selten ein Genuss. Und wir hatten deutlich mehr Regen als bei unseren bisherigen Touren. Trotzdem hatten wir noch Glück - wir sind nur ein Mal richtig nass geworden.
Landschaftlich hat uns Armenien am besten gefallen, hier wären wir gerne ein paar Tage länger geblieben. Beim Essen geht nichts über die georgische Küche. Vielleicht hatten wir in der Türkei und Griechenland einfach Pech bei der Wahl der Restaurants, aber wir konnten eigentlich nichs finden, das sich von dem was wir aus Deutschland kennen unterschied. Yasar, der nette Campingplatzwart in Kappadokien, hatte uns erzählt, dass es selbst für Türken schwer ist in der Türkei gut essen zu gehen. Die Türken mögen Ihre Fleisch-Fast-Food-Restaurants und gefülltes Gemüse oder Ähnliches findet man nur selten. Die Fladenbrot-Türkei haben wir übrigens nicht mehr gefunden. In der Regel gab es normales Weißbrot und die runden Dinger, die bei uns quasi Symbol für die Türkei sind, haben wir nie gesehen.
In Sachen Freundlichkeit sind die Türken nur schwer zu toppen. Hier kommt man ohne ein paar nette Worte und eine Tee-Einladung nirgends vorbei. Die Georgier sind dagegen etwas muffelköpfiger und es braucht einen Moment, bis die Freundlichkeit durchkommt.
Insgesamt ist diese Ecke auf jeden Fall eine Reise wert und empfehlenswert für jeden, der sich abseits der "normalen" Touristenpfade bewegen möchte.
Wir sind hin- und hergerissen zwischen der Freude auf zu Hause und drauf nicht täglich unsere Taschen ein- und auspacken zu müssen und dem Bewusstsein so Vieles noch nicht gesehen zu haben. Es wird sicher nicht lange dauern, bis wir zu überlegen beginnen, welche Ecke der Welt es als nächstes zu entdecken gilt.
Georgien per Motorrad
Seiten
Freitag, 6. Juni 2014
Entspannung
Donnerstag, 5. Juni 2014
Die Sonne ist wieder da. Am Morgen konnten wir all unsere Sachen trocken legen. Sogar die Pfützen im Zelt haben sich bei der Wärme schnell in Luft aufgelöst. Wir spazieren am Strand und schauen uns die alte Stadt - Geburtsort von Aristoteles - an. Ein sehr nettes Plätzchen, an dem wir hier sind. Trotzdem sind wir uns einig, dass wir hier keine zwei Wochen bleiben wollen würden. Als Abschluss eines erlebnisreichen Urlaubs sind ein oder zwei Faulenzer-Tage in Ordnung, für einen ganzen Urlaub wäre das aber nichts für uns, dafür sind wir zu neugierig auf jeden Kilometer, der von hier weiter führt.
Mittwoch, 4. Juni 2014
Wieder in Griechenland
Regen, Regen, Regen - nass bis auf die Unterhose. Wir werden geweckt von einem scheppernden Plumps. Okes Motorrad ist umgefallen. Der Boden um den Hauptständer ist komplett durchweicht. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet und auch die gut 400 Kilometer Fahrt hat es uns im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. Unser letzter türkischer Tee wurde uns mit einem sehr mitleidigen Blick an einer Tankstelle kurz vor der Grenze gereicht. Erst auf den letzten Kilometern hatte das Wetter ein Einsehen und es wurde trockener.
Wir sind in Olympiada an der griechischen Chalkidiki-Küste, auf dem winzigen Finger ganz oben rechts. Von hier sind es nur noch knapp 90 Kilometer bis nach Thessaloniki. Das nette kleine Hotel, in dem wir uns für die nächsten zwei Nächte eingebucht haben, war ein Tipp und es ist wirklich sehr schön. Wir schauen vorbei an einer großen Palme auf das Meer und ab morgen soll auch die Sonne wieder vom unbewölkten Himmel scheinen - was recht gut wäre, da Zelt, Klamotten und jede Menge Kleinkram noch trocknen sollten, bevor wir die Sachen für den Transport verpacken.
Wir sind in Olympiada an der griechischen Chalkidiki-Küste, auf dem winzigen Finger ganz oben rechts. Von hier sind es nur noch knapp 90 Kilometer bis nach Thessaloniki. Das nette kleine Hotel, in dem wir uns für die nächsten zwei Nächte eingebucht haben, war ein Tipp und es ist wirklich sehr schön. Wir schauen vorbei an einer großen Palme auf das Meer und ab morgen soll auch die Sonne wieder vom unbewölkten Himmel scheinen - was recht gut wäre, da Zelt, Klamotten und jede Menge Kleinkram noch trocknen sollten, bevor wir die Sachen für den Transport verpacken.
| Aussicht am Morgen |
| Aussicht am Abend |
Dienstag, 3. Juni 2014
Routine
Ratet was es gerade tut - es regnet...
Wir sind heute trocken bis zur Fähre zu den Dardanellen gekommen. Da wir keine Lust auf eine weitere Staurunde bei Istanbul hatten, haben wir die südliche Route gewählt. Und die war zugegebenermaßen sehr nett. Schöne kurvige Straßen in hügeligem bis bergigem Gelände, angenehme Temperaturen, wenig Verkehr. Als wollte die Türkei sagen: noch seid Ihr nicht zurück in der Zivilisation, noch ist Euer Urlaub nicht zu Ende.
Der letzte Abend hier macht uns den Abschied von der Türkei aber nicht allzu schwer. Das Abendessen war eher mäßig, der Campingplatz wirkt verlassen, das Wetter ist blöde. Morgen geht's über die Grenze nach Griechenland.
Und hier noch eine kleine Anekdote aus dem täglichen Leben eines Motorradfahrers:
Trotz der vielen Tage, die wir schon auf dem Motorrad verbracht haben und trotz all der routinerten Griffe, die sich während einer solchen Reise einspielen - eine Prozedur hält immer wieder kleine Stolperfallen bereit: die Abfahrt, jenerwelcher Vorgang, den man am Tag mehrmals probt.
Die Kisten sind gepackt, die Gepäckrolle ist aufgeschnallt, es kann losgehen. Also Jacke zu und Helm aufsetzen. Stopp - Nierengurt vergessen. Jacke wieder auf, Nierengurt an. Dann die Handschuhe an. Und wieder stopp, Helm vergessen. Mit Handschuhen ist das Schließen des Kinnriemens eine ziemliches Gefriemel. Handschuhe aus - Helm auf. Aber vorher die Sonnenbrille absetzen, sonst hakt's. Jetzt kann' losgehen. Verdammt - der Schlüssel steckt noch in der Hosentasche! Handschuhe wieder aus, Schlüssel rausholen. Jetzt aber. Warum startet der Motor nicht? Der Seitenständer ist noch unten. So wird das nix. Was wir uns für den nächsten Urlaub vornehmen: wir brauchen eine Aufkleber mit einer Losfahr-Checkliste:
Wir sind heute trocken bis zur Fähre zu den Dardanellen gekommen. Da wir keine Lust auf eine weitere Staurunde bei Istanbul hatten, haben wir die südliche Route gewählt. Und die war zugegebenermaßen sehr nett. Schöne kurvige Straßen in hügeligem bis bergigem Gelände, angenehme Temperaturen, wenig Verkehr. Als wollte die Türkei sagen: noch seid Ihr nicht zurück in der Zivilisation, noch ist Euer Urlaub nicht zu Ende.
Der letzte Abend hier macht uns den Abschied von der Türkei aber nicht allzu schwer. Das Abendessen war eher mäßig, der Campingplatz wirkt verlassen, das Wetter ist blöde. Morgen geht's über die Grenze nach Griechenland.
Und hier noch eine kleine Anekdote aus dem täglichen Leben eines Motorradfahrers:
Trotz der vielen Tage, die wir schon auf dem Motorrad verbracht haben und trotz all der routinerten Griffe, die sich während einer solchen Reise einspielen - eine Prozedur hält immer wieder kleine Stolperfallen bereit: die Abfahrt, jenerwelcher Vorgang, den man am Tag mehrmals probt.
Die Kisten sind gepackt, die Gepäckrolle ist aufgeschnallt, es kann losgehen. Also Jacke zu und Helm aufsetzen. Stopp - Nierengurt vergessen. Jacke wieder auf, Nierengurt an. Dann die Handschuhe an. Und wieder stopp, Helm vergessen. Mit Handschuhen ist das Schließen des Kinnriemens eine ziemliches Gefriemel. Handschuhe aus - Helm auf. Aber vorher die Sonnenbrille absetzen, sonst hakt's. Jetzt kann' losgehen. Verdammt - der Schlüssel steckt noch in der Hosentasche! Handschuhe wieder aus, Schlüssel rausholen. Jetzt aber. Warum startet der Motor nicht? Der Seitenständer ist noch unten. So wird das nix. Was wir uns für den nächsten Urlaub vornehmen: wir brauchen eine Aufkleber mit einer Losfahr-Checkliste:
- Wo ist der Schlüssel? Am besten direkt ins Zündschloss stecken.
- Nierengurt an
- Jacke zu
- Helm auf
- Sonnenbrille auf
- Handschuhe an
- Seitenständer hoch
- Motor starten
Montag, 2. Juni 2014
Schon mal von Kütahya gehört?
Der Regen hat uns gestern doch noch erwischt. Gegen Abend kam er mit einem Gewitter und bis heute Morgen hat es sich ordentlich ausgeregnet. Von unserem allabendlichen Abendessens-Ausflug kamen wir etwas feucht zurück. Wir hatten schon befürchtet, dass unser Zelt in der Zwischenzeit weggeschwommen ist, da unsere Ecke bei Sonnenschein zwar der beste Platz, bei Regen aber leider auch die Abflussrinne des Campingplatzes ist. Es war aber alles trocken, der sandige Boden hat lange kein Wasser gesehen, so dass alles sofort versickert ist.
Nachdem wir bei den letzten Tropfen abgebaut haben, sind wir weiter Richtung Westen gefahren. Die Städte liegen hier wieder dichter beisammen, der Verkehr nimmt zu, die Häuser werden größer und moderner – so richtig sympathisch ist uns das nicht, deutet es doch an, dass unser Urlaub so langsam zu Ende geht.
Am Abend hat es uns in die kleine Provinzstadt Kütahya verschlagen. Der Reiseführer preist sie als buntes, mit Kacheln geschmücktes Städtchen an. Und wenn man von den Kacheln weiß, findet man sogar einige an den Hauswänden, den Brunnen oder den Kiosken. Es gibt eine moderne Fußgängerzone und eine Altstadt mit wirren Gassen und Lädchen, die ein bisschen wir Puppenstuben aus lang vergangenen Zeiten aussehen. Einige Häuser sind baufällig und schon halb zusammengebrochen, das scheint aber niemanden zu stören. Wir essen leckere Pide und beobachten die Männer, die mit Tabletts voller Tee zwischen den Häuschen hin- und herspringen.
Da wir heute fleißig gefahren und gut vorangekommen sind, werden wir wohl schon morgen wieder am Meer und damit auch nahe der griechischen Grenze sein.
Nachdem wir bei den letzten Tropfen abgebaut haben, sind wir weiter Richtung Westen gefahren. Die Städte liegen hier wieder dichter beisammen, der Verkehr nimmt zu, die Häuser werden größer und moderner – so richtig sympathisch ist uns das nicht, deutet es doch an, dass unser Urlaub so langsam zu Ende geht.
Am Abend hat es uns in die kleine Provinzstadt Kütahya verschlagen. Der Reiseführer preist sie als buntes, mit Kacheln geschmücktes Städtchen an. Und wenn man von den Kacheln weiß, findet man sogar einige an den Hauswänden, den Brunnen oder den Kiosken. Es gibt eine moderne Fußgängerzone und eine Altstadt mit wirren Gassen und Lädchen, die ein bisschen wir Puppenstuben aus lang vergangenen Zeiten aussehen. Einige Häuser sind baufällig und schon halb zusammengebrochen, das scheint aber niemanden zu stören. Wir essen leckere Pide und beobachten die Männer, die mit Tabletts voller Tee zwischen den Häuschen hin- und herspringen.
Da wir heute fleißig gefahren und gut vorangekommen sind, werden wir wohl schon morgen wieder am Meer und damit auch nahe der griechischen Grenze sein.
Sonntag, 1. Juni 2014
Oh wie schön
Es hat geklappt! In der Nacht sind zwar Woken aufgezogen, heute Morgen war es aber so gut wie windstill und kein Regen in Sicht. Das heißt die Ballons durften aufsteigen. Um halb fünf wurden mit mit einem Minibus eingesammelt. Es scheint als sei die ganze Umgebung schon auf den Beinen. Aus allen Gassen kommen Minibusse und Jeeps mit großen Körben auf den Anhängern. Der erste Stopp ist bei einem Café, es gibt Tee, Kaffee und Gebäck und wir warten. Lieber hätten wir eine halbe Stunde länger geschlafen oder beim Aufbau der Ballons zugeschaut, aber das gehört wohl zum Prozedere. Als wir endlich zum Startplatz fahren sind wir überwältigt. Zwischen den Felsen werden geschätzte 100 Ballons aufgeblasen. Sie liegen in langen Reihen oder verstecken sich hinter Feenkaminen. Die Körbe werden vollgepackt mit Menschen. Wir landen in einer Gondel für 28 Personen, haben aber Glück und bekommen eine Ecke des Korbes.
Die Kulisse ist ein Traum! Überall bunte Ballons im ersten Morgenlicht, die über der bizarren Landschaft schweben. Unser Pilot ist topfit und steuert unser Gefährt durch enge Täler, meist dicht über den Büschen oder Felsen. Wir sehen viele Höhlen und Felskirchen, kleine Flächen mit Weinreben und Vogelnester. Zum Ende der einstündigen Tour steigen wir auf 1.500 Meter auf und haben einen Überblick über die ganze Gegend. Lustig ist es zu stehen, wie unten die Minibusse in Richtung Landeplätze wuseln, Jeeps mit Anhängern in Feldwege einbiegen, dann wieder umkehren und einen neuen Platz anfahren. Wir landen sicher auf einer Wiese, bekommen noch einen Sekt, der nach Gummibärchen riecht und laut Oke auch so schmeckt und werden gegen sieben wieder am Campingplatz abgesetzt.
Nach eine Schläfchen machen wir uns auf, um eine der unterirdischen Städte zu besichtigen. Die Wolkendecke ist inzwischen dicht und es ist kühl und windig - aber noch immer trocken. Wir fahren nach Derinkuyu. Hier soll es die größte zugängliche Anlage geben. Neben Derinkuyu werden in Kappadokien noch viele weitere unterirdische Städte vermutet; 36 wurden bislang entdeckt, aber nur die wenigsten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Menschen haben sich hier wohl vor allem bei Bedrohungen versteckt und sind während brenzligen Zeiten in den Untergrund abgetaucht. Wieder einmal ist es spannend zu sehen, was der Mensch so alles zusammenbuddelt.
Am Nachmittag sind wir faul und liegen (in langen Hosen und mit Jacke) am Pool des Campingplatzes rum. Die Wolkendecke ist wieder etwas aufgerissen, es ist aber immernoch recht kühl. Eigentlich ist das unser erster Faulenzertag des Urlaubs... Morgen wollen wir weiterfahren und den kürzesten Weg zum Meer nehmen, was hier allerdings auch noch ca. 1.000 Kilometer Fahrt bedeutet.
Die Kulisse ist ein Traum! Überall bunte Ballons im ersten Morgenlicht, die über der bizarren Landschaft schweben. Unser Pilot ist topfit und steuert unser Gefährt durch enge Täler, meist dicht über den Büschen oder Felsen. Wir sehen viele Höhlen und Felskirchen, kleine Flächen mit Weinreben und Vogelnester. Zum Ende der einstündigen Tour steigen wir auf 1.500 Meter auf und haben einen Überblick über die ganze Gegend. Lustig ist es zu stehen, wie unten die Minibusse in Richtung Landeplätze wuseln, Jeeps mit Anhängern in Feldwege einbiegen, dann wieder umkehren und einen neuen Platz anfahren. Wir landen sicher auf einer Wiese, bekommen noch einen Sekt, der nach Gummibärchen riecht und laut Oke auch so schmeckt und werden gegen sieben wieder am Campingplatz abgesetzt.
Nach eine Schläfchen machen wir uns auf, um eine der unterirdischen Städte zu besichtigen. Die Wolkendecke ist inzwischen dicht und es ist kühl und windig - aber noch immer trocken. Wir fahren nach Derinkuyu. Hier soll es die größte zugängliche Anlage geben. Neben Derinkuyu werden in Kappadokien noch viele weitere unterirdische Städte vermutet; 36 wurden bislang entdeckt, aber nur die wenigsten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Menschen haben sich hier wohl vor allem bei Bedrohungen versteckt und sind während brenzligen Zeiten in den Untergrund abgetaucht. Wieder einmal ist es spannend zu sehen, was der Mensch so alles zusammenbuddelt.
Am Nachmittag sind wir faul und liegen (in langen Hosen und mit Jacke) am Pool des Campingplatzes rum. Die Wolkendecke ist wieder etwas aufgerissen, es ist aber immernoch recht kühl. Eigentlich ist das unser erster Faulenzertag des Urlaubs... Morgen wollen wir weiterfahren und den kürzesten Weg zum Meer nehmen, was hier allerdings auch noch ca. 1.000 Kilometer Fahrt bedeutet.
Samstag, 31. Mai 2014
Kappadokien
Wir sind in Kappadokien und hier gibt es neben vielen hübschen Steinen auch sehr viele Menschen aller Nationen. Überall wimmelt es von Touristen, geheime Ecken soll es hier nicht mehr geben. Trotzdem können wir uns die Gegend natürlich nicht entgehen lassen.
Wir haben unser Zelt auf einer Terrasse mit wunderschönem Blick ins Tal aufgebaut und schon die ersten Sehenswürdigkeiten hinter uns gebracht: das Göreme-Freilichtmuseum mit vielen Höhlenkirchen und das Pasabaglari-Tal, in dem viele Feenkamine mit lustigen Kappen stehen.
Für morgen früh (sehr früh - 4.30 Uhr!) haben wir uns den Luxus gegönnt und eine Ballon-Fahrt gebucht. Leider soll das Wetter ab morgen schlecht werden (war ja klar - sonst regnet er hier laut Campingplatz-Besitzer nie nach dem 20. Mai). Wir hoffen der Regen wartet noch bis morgen Mittag.
Wir haben unser Zelt auf einer Terrasse mit wunderschönem Blick ins Tal aufgebaut und schon die ersten Sehenswürdigkeiten hinter uns gebracht: das Göreme-Freilichtmuseum mit vielen Höhlenkirchen und das Pasabaglari-Tal, in dem viele Feenkamine mit lustigen Kappen stehen.
Für morgen früh (sehr früh - 4.30 Uhr!) haben wir uns den Luxus gegönnt und eine Ballon-Fahrt gebucht. Leider soll das Wetter ab morgen schlecht werden (war ja klar - sonst regnet er hier laut Campingplatz-Besitzer nie nach dem 20. Mai). Wir hoffen der Regen wartet noch bis morgen Mittag.
Freitag, 30. Mai 2014
Westwärts
Und schwupp - schon sind wir 1.000 Kilometer weiter westlich. Was ist seit gestern morgen passiert? Wir haben in Van schön gefrühstückt und sind noch ein bisschen durch das Basarviertel geschlendert. Dort werden wir wie immer neugierig beäugt, was aber natürlich auf Gegenseitigkeit beruht.
Von Van aus geht es weiter um den See herum, bis in der südwestlichen Ecke der Abzweig in Richtung Westen kommt. Von dort geht es stetig bergab. Jetzt erst merken wir wie hoch wir die ganze Zeit waren. Tolle Bergmassive begleiten uns auf den Weg ins Tal. Und mit jedem Kilometer steigt die Temperatur. Von kühlen 18 Grad geht es auf angenehme 22°C, dann weiter auf warme 28°C und es endet irgendwann bei schweißtreibenden 33°C. Hätten wir bloß nix gesagt von wegen "etwas mehr Wärme".
Wir fahren bis Diyarbakir, der zweitgrößten Stadt Südostanatoliens und heimlichen Hauptstadt der Kurden. Um die Altstadt zieht sich eine der längsten erhaltenen Stadtmauern aus schwarzem Basalt. Im Innern der Mauern gibt es viele kleine Gassen, in denen es nur so wimmelt. Die Stadt scheint sehr aktiv, jung, modern, geschäftig, zugleich aber auch sehr traditionell. Wir treffen dort Rendel und Detlev Simon, zwei erfahrene Türkeireisende, von denen wir schon vorher tolle Reisetipps bekommen haben. Sie sind auch gerade unterwegs und netter- und unabgesprochenerweise treffen sich unsere Routen heute hier in der Stadt.
Unser nächstes Ziel ist Kappadokien. Auf dem Weg dorthin liegt der Nemrut Dağı, der Götterthron. Wir überqueren den Euphrat mit der Fähre, genießen die tollen Blicke auf den Atatürk-Stausee und schrauben uns auf einer astrein gepflasterten Straße in die Höhe. Auf etwas über 2.000 Metern sitzen diverse Gottheiten und schauen nach Osten bzw. Westen. Eigentlich sollte man sich hier Sonnenauf- und/oder -untergang anschauen, dafür fehlt uns aber leider die Zeit. Zur Mittagszeit haben wir den Berg ganz für uns alleine - sieht man mal von den abertausenden Wanzen ab, die uns um den Kopf schwirren. Nach heißen 34°C im Tal ist die Fahrt in die Höhe pure Erholung. Oben hat es 20°C und der Wind ist sehr erfrischend.
Die nächsten Kilometer sind recht unspannend. Die Gegend ist karg, die Hitze auf dem Motorrad irgendwie unnötig. Gegen Abend kommen wir wieder in die Berge und es wird angenehmer. Bis Kappadokien schaffen wir es heute leider nicht mehr, also versuchen wir ein Hotel zu finden. In einem kleinen Ort an der Straße biegen wir ab. Laut Navi soll es hier ein Hotel geben, von dem aber nichts zu sehen ist. Ein netter Mann fragt für uns nach einem Hotel und fährt vor, um uns das Haus zu zeigen. Schilder gibt es keine, aber eine Rezeption mit einem jungen Mann vor einem Computer mit Google-Translate. Ob wir verheiratet sind - ist wohl besser ja zu sagen. Ob wir eine Heiratsurkunde dabei haben - nein. Na dann müssen wir in getrennten Zimmern schlafen. Okay... Uns schwant nichts Gutes, aber die Zimmer sind ordentlich, auf den ersten Blick sauber und der Preis ist völlig in Ordnung.
Bis zum Zentrum Kappadokiens sind es nur noch etwa 200 Kilometer. Dort wollen wir über's Wochenende bleiben uns uns eine Ruhepause gönnen.
Heute hat es übrigens keinen einzigen Tropfen geregnet. Mein Motorrad sieht inzwischen trotzdem immer aus wie nach dem Regen. Okes Gabelöl hat keine Lust mehr auf sein Motorrad, verzieht sich und landet zum großen Teil auf mir - prima. Reparieren hat aber noch Zeit bis zu Hause - Okes Motorrad hat noch ein weiteres Federbein vorne, so dass er den Rest der Reise damit auskommt.
Von Van aus geht es weiter um den See herum, bis in der südwestlichen Ecke der Abzweig in Richtung Westen kommt. Von dort geht es stetig bergab. Jetzt erst merken wir wie hoch wir die ganze Zeit waren. Tolle Bergmassive begleiten uns auf den Weg ins Tal. Und mit jedem Kilometer steigt die Temperatur. Von kühlen 18 Grad geht es auf angenehme 22°C, dann weiter auf warme 28°C und es endet irgendwann bei schweißtreibenden 33°C. Hätten wir bloß nix gesagt von wegen "etwas mehr Wärme".
Wir fahren bis Diyarbakir, der zweitgrößten Stadt Südostanatoliens und heimlichen Hauptstadt der Kurden. Um die Altstadt zieht sich eine der längsten erhaltenen Stadtmauern aus schwarzem Basalt. Im Innern der Mauern gibt es viele kleine Gassen, in denen es nur so wimmelt. Die Stadt scheint sehr aktiv, jung, modern, geschäftig, zugleich aber auch sehr traditionell. Wir treffen dort Rendel und Detlev Simon, zwei erfahrene Türkeireisende, von denen wir schon vorher tolle Reisetipps bekommen haben. Sie sind auch gerade unterwegs und netter- und unabgesprochenerweise treffen sich unsere Routen heute hier in der Stadt.
Unser nächstes Ziel ist Kappadokien. Auf dem Weg dorthin liegt der Nemrut Dağı, der Götterthron. Wir überqueren den Euphrat mit der Fähre, genießen die tollen Blicke auf den Atatürk-Stausee und schrauben uns auf einer astrein gepflasterten Straße in die Höhe. Auf etwas über 2.000 Metern sitzen diverse Gottheiten und schauen nach Osten bzw. Westen. Eigentlich sollte man sich hier Sonnenauf- und/oder -untergang anschauen, dafür fehlt uns aber leider die Zeit. Zur Mittagszeit haben wir den Berg ganz für uns alleine - sieht man mal von den abertausenden Wanzen ab, die uns um den Kopf schwirren. Nach heißen 34°C im Tal ist die Fahrt in die Höhe pure Erholung. Oben hat es 20°C und der Wind ist sehr erfrischend.
Die nächsten Kilometer sind recht unspannend. Die Gegend ist karg, die Hitze auf dem Motorrad irgendwie unnötig. Gegen Abend kommen wir wieder in die Berge und es wird angenehmer. Bis Kappadokien schaffen wir es heute leider nicht mehr, also versuchen wir ein Hotel zu finden. In einem kleinen Ort an der Straße biegen wir ab. Laut Navi soll es hier ein Hotel geben, von dem aber nichts zu sehen ist. Ein netter Mann fragt für uns nach einem Hotel und fährt vor, um uns das Haus zu zeigen. Schilder gibt es keine, aber eine Rezeption mit einem jungen Mann vor einem Computer mit Google-Translate. Ob wir verheiratet sind - ist wohl besser ja zu sagen. Ob wir eine Heiratsurkunde dabei haben - nein. Na dann müssen wir in getrennten Zimmern schlafen. Okay... Uns schwant nichts Gutes, aber die Zimmer sind ordentlich, auf den ersten Blick sauber und der Preis ist völlig in Ordnung.
Bis zum Zentrum Kappadokiens sind es nur noch etwa 200 Kilometer. Dort wollen wir über's Wochenende bleiben uns uns eine Ruhepause gönnen.
Heute hat es übrigens keinen einzigen Tropfen geregnet. Mein Motorrad sieht inzwischen trotzdem immer aus wie nach dem Regen. Okes Gabelöl hat keine Lust mehr auf sein Motorrad, verzieht sich und landet zum großen Teil auf mir - prima. Reparieren hat aber noch Zeit bis zu Hause - Okes Motorrad hat noch ein weiteres Federbein vorne, so dass er den Rest der Reise damit auskommt.
Donnerstag, 29. Mai 2014
Ani und Van
Während ich meinen Frühsport mache, schreibe ich ein paar Zeilen über den gestrigen Tag. Der Fön im Bad überhitzt nach ca. 30 Sekunden, danach muss ich wieder eine Weile warten, bis es weiter gehen kann. Natürlich ist er an der Wand befestigt, so dass ich zwischen Computer und Fön hin und her hüpfe und überlege was es zu berichten gibt.
Gestern morgen waren wir in Ani. Die mittelalterliche armenische Hauptstadt ist eigentlich nur ein großes Ruinengelände, lässt aber erahnen, wie groß und schön die Stadt einmal war. 100.000 Menschen sollen hier auf dem Felsplateu gelebt haben, das an drei Seiten von tiefen Schluchten begrenzt wird. Armenien liegt direkt auf der anderen Seite der Schlucht und man spaziert entlang des Grenzzauns mit Blick auf die Wachtürme. In Richtung Land steht eine beeindruckende Stadtmauer mit großen Türmen. Man kann die Karawanen förmlich sehen, die durch das Stadttor ein- und auszogen und den Lärm der Märkte hören, auf denen die Waren gehandelt wurden.
Nach dem letzten Ausflug in den Osten ging es weiter in den Süden. Wir sind noch immer auf über 1.500 Metern unterwegs und so langsam wünschen wir uns sonnige Tage und etwas mehr Wärme. Auch heute wurden wir wieder von dicken Wolken und Gewittern begleitet. Die Strecke ist landschaftlich aber ein Traum: gerade fährt man noch durch leichte Hügel, dann kommt man um die nächste Kurve und fährt in eine enge Schlucht mit schicken Felmformationen, die einen das leichte Frösteln vergessen lassen.
Die Menschen hier haben allerdings nicht viel von der Abgelegenheit und der schönen Landschaft. Die Häuser sind sehr einfach, davor lagern Kuhfladen, die über den Sommer trocknen und im Winter verheizt werden. Man sieht viele kleine und große Schaf- und Kuhherden und die Hirten winken uns freudlich zu.
Am Abend waren wir in Van am großen Van-See: 1.750 Meter hoch gelegen, 3.750 Quadratmeter groß - sieben Mal so groß wie der Bodensee - tiefblaues bis türkises Wasser, dahinter hohe Berge. Im Licht der Gewitter sieht der See faszinierend aus. Das Wasser soll stark mit Soda angereichert sein. Mal sehen, vielleicht wasche ich noch meine inzwischen recht muffelige Motorradhose im Seewasser. Der Reiseführer sagt: man darf Van nie verlassen, ohne das berühmte Frühstück der Stadt genossen zu haben. Also ein letztes Mal zum Fön greifen und mal sehen was das Frühstück zu bieten hat.
Gestern morgen waren wir in Ani. Die mittelalterliche armenische Hauptstadt ist eigentlich nur ein großes Ruinengelände, lässt aber erahnen, wie groß und schön die Stadt einmal war. 100.000 Menschen sollen hier auf dem Felsplateu gelebt haben, das an drei Seiten von tiefen Schluchten begrenzt wird. Armenien liegt direkt auf der anderen Seite der Schlucht und man spaziert entlang des Grenzzauns mit Blick auf die Wachtürme. In Richtung Land steht eine beeindruckende Stadtmauer mit großen Türmen. Man kann die Karawanen förmlich sehen, die durch das Stadttor ein- und auszogen und den Lärm der Märkte hören, auf denen die Waren gehandelt wurden.
Nach dem letzten Ausflug in den Osten ging es weiter in den Süden. Wir sind noch immer auf über 1.500 Metern unterwegs und so langsam wünschen wir uns sonnige Tage und etwas mehr Wärme. Auch heute wurden wir wieder von dicken Wolken und Gewittern begleitet. Die Strecke ist landschaftlich aber ein Traum: gerade fährt man noch durch leichte Hügel, dann kommt man um die nächste Kurve und fährt in eine enge Schlucht mit schicken Felmformationen, die einen das leichte Frösteln vergessen lassen.
Die Menschen hier haben allerdings nicht viel von der Abgelegenheit und der schönen Landschaft. Die Häuser sind sehr einfach, davor lagern Kuhfladen, die über den Sommer trocknen und im Winter verheizt werden. Man sieht viele kleine und große Schaf- und Kuhherden und die Hirten winken uns freudlich zu.
Am Abend waren wir in Van am großen Van-See: 1.750 Meter hoch gelegen, 3.750 Quadratmeter groß - sieben Mal so groß wie der Bodensee - tiefblaues bis türkises Wasser, dahinter hohe Berge. Im Licht der Gewitter sieht der See faszinierend aus. Das Wasser soll stark mit Soda angereichert sein. Mal sehen, vielleicht wasche ich noch meine inzwischen recht muffelige Motorradhose im Seewasser. Der Reiseführer sagt: man darf Van nie verlassen, ohne das berühmte Frühstück der Stadt genossen zu haben. Also ein letztes Mal zum Fön greifen und mal sehen was das Frühstück zu bieten hat.
Dienstag, 27. Mai 2014
Über die Berge
Ja, der Weg hat sich gelohnt. Die Höhlenstadt Vardzia ist sehr beeindruckend. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und hier lebten mal 50.000 Menschen (wahrscheinlich wie Ölsardinen in einer Büchse). Das Wetter war prima, wir waren mehr oder weniger die einzigen Touristen weit und breit.
Nach einem letzten leckeren Frühstück in Georgien ging es dann zur türkischen Grenze. Die prima ausgebaute Straße führte uns auf sehr komfortablem Weg aus dem Tal heraus (im Gegensatz zu dem Weg in das Tal - siehe Bericht von gestern). Das Wetter wurde - wie inzwischen schon gewohnt - bald schlechter und vereinzelte Regentropfen fielen vom Himmel. Die Grenze zwischen Achalziche und Posof liegt in den Bergen und den größten Teil des Tages waren wir um die 2.000 Meter unterwegs. Der höchste Pass brachte uns sogar auf 2.500 Meter. Die Schneefelder sind hier noch nicht ganz abgetaut und bei empfindlichen 8°C wurde es mit den Sommerhandschuhen ganz schön frisch. Wir kamen trotz allem gut voran, bis uns kurz vor Kars noch ein ordentlicher Gewitterschutt ärgern wollte. Aber zum Glück war wieder mal eine Tankstelle in Sicht und wir konnten uns unterstellen.
Jetzt sind wir in Kars und wollen morgen die altarmenischen Ruinenstadt Ani besichtigen, die interessanterweise auch auf der armenischen Seite ausgeschildet ist. Das Schild auf der anderen Seite muss wegen der Grenze aber ins Nirgendwo führen. Apropos Nirgendwo. Hier ein kleiner Auszug aus unserem Reiseführer: Kars, auf 1.768 m gelegen, ist eine Mischung aus pastellfarbenem Kleinrussland und trüb-grauer, türkischer Provinztristesse. Man muss ein Faible für melancholisch abgeschiedene Orte haben, um am einsamen Charme von Kars Gefallen zu finden. Dass man sich im bitterarmen Kars mit den löchrigen Straßen und gedämpften Farben wie in einem anderen Land fühlt, mag daran liegen, dass es sich im äußersten Nordosten der Türkei befindet. Auch die Temperaturen gemahnen eher an Sibiren...
Nach einem letzten leckeren Frühstück in Georgien ging es dann zur türkischen Grenze. Die prima ausgebaute Straße führte uns auf sehr komfortablem Weg aus dem Tal heraus (im Gegensatz zu dem Weg in das Tal - siehe Bericht von gestern). Das Wetter wurde - wie inzwischen schon gewohnt - bald schlechter und vereinzelte Regentropfen fielen vom Himmel. Die Grenze zwischen Achalziche und Posof liegt in den Bergen und den größten Teil des Tages waren wir um die 2.000 Meter unterwegs. Der höchste Pass brachte uns sogar auf 2.500 Meter. Die Schneefelder sind hier noch nicht ganz abgetaut und bei empfindlichen 8°C wurde es mit den Sommerhandschuhen ganz schön frisch. Wir kamen trotz allem gut voran, bis uns kurz vor Kars noch ein ordentlicher Gewitterschutt ärgern wollte. Aber zum Glück war wieder mal eine Tankstelle in Sicht und wir konnten uns unterstellen.
Jetzt sind wir in Kars und wollen morgen die altarmenischen Ruinenstadt Ani besichtigen, die interessanterweise auch auf der armenischen Seite ausgeschildet ist. Das Schild auf der anderen Seite muss wegen der Grenze aber ins Nirgendwo führen. Apropos Nirgendwo. Hier ein kleiner Auszug aus unserem Reiseführer: Kars, auf 1.768 m gelegen, ist eine Mischung aus pastellfarbenem Kleinrussland und trüb-grauer, türkischer Provinztristesse. Man muss ein Faible für melancholisch abgeschiedene Orte haben, um am einsamen Charme von Kars Gefallen zu finden. Dass man sich im bitterarmen Kars mit den löchrigen Straßen und gedämpften Farben wie in einem anderen Land fühlt, mag daran liegen, dass es sich im äußersten Nordosten der Türkei befindet. Auch die Temperaturen gemahnen eher an Sibiren...
Montag, 26. Mai 2014
Ein langer Tag
Wir haben einen langen Tag hinter uns. Begonnen hat er mit
einem typisch deutschen Ärgernis. Es gab kein Frühstück! Gegen 9 Uhr haben wir
das erste Mal nachgeschaut. Da war noch kein Mensch zu sehen. Also gut dachten
wir – schauen wir uns zuerst den Tempel an. Und nein, wir haben uns nicht nach
Griechenland verirrt, der Tempel unten steht tatsächlich mitten in den Hügeln
von Armenien, unweit von Jerewan. Allerdings haben wir ihn heute Morgen noch
nicht sehen können. Typisch deutsch standen wir um viertel nach neun vor der
Pforte, um festzustellen, dass erst um 10 Uhr geöffnet wird. Kurz nach uns kam
noch eine deutsche Familie, geöffnet hat aber trotzdem keiner. Also zurück zum
Hotel. Noch immer niemand zu sehen. Auf Nachfrage kam dann die Info, dass die
Bar inklusive Frühstück um 11 Uhr geöffnet wird. Es war kurz nach 10 Uhr und
eine weitere Stunde wollten wir nicht warten. Immerhin war der Tempel jetzt
offen. Also Sachen packen, rein in die Klamotten und los.
Nach der Besichtigung bei schönstem Sonnenschein sind wir
durch Jerewan gefahren. Nicht ganz durch das Zentrum, aber genug, um einen
kleinen Eindruck von der Stadt zu bekommen, die in einer weiten Ebene des
Landes liegt. In der Ferne sieht man die schneebedeckten Berge. Bei gutem
Wetter soll man von hier sogar den Ararat sehen können. Die Stadt scheint
aufgeräumter und moderner als Tiflis – vielleicht kommen wir irgendwann zurück,
um sie uns anzuschauen. Für heute wollten wir uns auf den Weg zur Grenze
machen.
Der Westen Armeniens ist sehr karg, die Fahrt nach Norden
war nicht sonderlich spannend. Die gut ausgebaute Landstraße führt in weitem
Bogen um den 4.090 Meter hohen Aragac, der sich aber hinter den Wolken
versteckt hielt. Langsam aber sicher führt die Straße in die Berge. Auf 2.000
Metern sind nur wenige Dörfer zwischen den grünen, weit geschwungenen Hügeln
versteckt. Über den Hügeln tauchten die ersten dunklen Wolken auf, die für ein
tolles Licht im Gelände sorgten. Kurz vor der Grenze wurde die Straße dann doch
noch schlechter und auf knapp 2.200 Metern standen wir plötzlich vor der
Schranke. Eigentlich dachten wir es käme noch ein Ort, in dem wir tanken und
unsere letzten armenischen „Dollars“ verprassen könnten, da war aber nix. Aus-
und Einreise waren wieder recht unproblematisch. Die georgischen Zöllner
versuchten sich ein bisschen wichtig zu machen und wollten in die Kisten
schauen, haben sich das dann aber angesichts des Staubs doch wieder anders
überlegt.
Wieder in Georgien konnten wir vor uns ziemlich schwarze
Wolken sehen. Im ersten größeren Ort haben wir angehalten, getankt und nach
einen Tipp eines Einheimischen ein kleines Lokal im ersten Stock eine s Hauses
gefunden, das wir dort nie vermutet und selber nie gefunden hätten. Die
empfohlenen Khinkali (Teigtaschen mit Hackfleischfüllung) waren sehr lecker, so
dass das Malheur mit dem fehlenden Frühstück wieder ausgebügelt werden konnte.
Danach haben wir vorsorglich die Regenklamotten angezogen,
da recht klar war, dass wir den dunklen Wolken wohl nicht ausweichen können.
Schon kurz darauf waren wir unterwegs in die Ausläufer eines kräftigen
Gewitters. Die türkische Grenze ist nicht weit von hier, wir wollten aber noch
nach Vardzia, einer alten Höhlenstadt in Georgien. Vor lauter Regen waren kaum
Schilder zu sehen und das Navi war sich auch nicht ganz sicher wo es hingehen
sollte. Also haben wir eine nette Dame am Straßenrand gefragt, die uns den Weg
gezeigt hat. Naja – wenn man Einheimische fragt, bekommt man den Weg für
Einheimische…
Zuerst war die Straße noch okay. Ein Feldweg mit unendlich
vielen wassergefüllten Löchern, insgesamt aber noch recht zu befahrbar. Dann
wurde es etwas rutschiger, ging aber immer noch. Das Navi war sich inzwischen
wieder sicher einen Weg gefunden zu haben, also weiter. Uns kamen Autos
entgegen und in den Ortschaften wurde freundlich gewinkt. Kein Zeichen dafür,
dass wir auf einem falschen Weg sein könnten. Und dann ging es bergab. Der Weg
war steinig, gerade mein so breit wie ein Auto und stark ausgewaschen. Da wir
schon 20 km hinter uns und „nur“ noch 10 km vor uns hatten sind wir weiter
gefahren. Ich hatte ein ziemlich mulmiges Gefühl, aber es ging gut voran. Auch
hier kam uns ein Auto entgegen, der Fahrer machte uns in internationalen
Handzeichen klar, dass der Weg weiter unten gesperrt sei. Wir dachten:
vielleicht für ein Auto, aber mit dem Motorrad wird es schon gehen.
Pustekuchen! Ein kleiner Erdrutsch hatte den Weg versperrt. Was tun? Wieder
hoch kam für mich nicht in die Tüte. Es war 19 Uhr. Also doch ein paar Steine
wegräumen und versuchen einen Weg zu schaffen. Und tatsächlich – eine Stunde
später hatten wir es geschafft und waren durch. Aber Moment, das klingt jetzt
ein bisschen zu locker. Wir haben Steine geschleppt, das komplette Gepäck
inklusive Kisten abgebaut und Oke hat zwei Meisterstücke vollbracht, als er die
Motorräder durch den schlammigen Miniweg bugsiert hat. Ein hartes Stück Arbeit
– zum Glück von Erfolg gekrönt. Als wir endlich den Asphalt erreicht hatten
sind mir mehr Steine vom Herzen gefallen als mir unterwegs unter die Räder gekommen
sind. Besagter Asphalt war übrigens von allerfeinster Qualität und ich werde
morgen ergründen woher die Straße kommt und wo wir den vermeintlich falschen
Weg genommen haben.
Das Hotel am Platz ist nicht gerade Luxusklasse, aber die
Betten sind sauber und das Zimmer trocken. Am Grillplatz davor gab es noch
lecker Schaschlick, Kebap und georgisches Fladenbrot und morgen schauen wir uns
die Stadt an, für die wir den weiten Weg über die Berge gekommen sind.
Sonntag, 25. Mai 2014
Sehr sehr alt
In der Nacht hat es geregnet und geregnet und geregnet. Irgendwann heute Morgen hat es dann endlich aufgehört und als wir nach dem Frühstück um das Kloster von Haghpat spaziert sind, kam sogar die Sonne raus. Eine ganze Weile hatten wir schönstes Wetter - bis der nächste Regen kam. Vielleicht möchte sich das armenische Wetter genauso abwechslungsreich präsentieren wie die Landschaft. Allgegenwärtig sind die hohen, oft zerklüfteten Berge, die reißenden Flüsse (nach all dem Regen nicht verwunderlich) und das Grün der Wälder und Wiesen. Die Häuser solle man sich nicht so genau anschauen und auf der ein oder anderen Straße vertreiben wir uns die Zeit mit Schlagloch-Slalom. Schnell sind wir auf 2.000 Meter und sehen die noch schnellbedeckten Hänge, die Luft wird kälter. Am Sewan-See und rund um Jerewan ist die Luft dann wieder angenehm warm.
Die Sehenswürdigkeiten in Armenien sind vor allem alt. Sehr sehr alt. Viele Kirchen und Klöster wurden schon im 10. Jahrhundert gebaut und unterscheiden sich von allem, was ich bisher gesehen habe. Die Atmosphäre ist irgendwie düster und geheimnisvoll - man könnte hier die spannendsten Szenen eines Indiana-Jones-Films-drehen. Die Bauten sind dunkel und voller Kreuze und Schriftzeichen, sie liegen an ausgesetzen Plätzen in den Bergen und jeder Stein könnte vermutlich viel erzählen.
Wir haben überlegt uns auch Jerewan noch anzuschauen. Da wir aber in Tiflis schon viel Stadt hatten und auch von der Türkei noch Einiges sehen wollen, werden wir die Hauptstadt Armeniens morgen links liegen lassen und wieder zurück nach Georgien fahren. Eine der östlichen Grenzen zwischen Georgien und der Türkei soll offen sein, so dass wir den Weg ohne Umweg über Batumi nehmen können (einen direkten Weg von Armien in die Türkei gibt es leider nicht).
Die Sehenswürdigkeiten in Armenien sind vor allem alt. Sehr sehr alt. Viele Kirchen und Klöster wurden schon im 10. Jahrhundert gebaut und unterscheiden sich von allem, was ich bisher gesehen habe. Die Atmosphäre ist irgendwie düster und geheimnisvoll - man könnte hier die spannendsten Szenen eines Indiana-Jones-Films-drehen. Die Bauten sind dunkel und voller Kreuze und Schriftzeichen, sie liegen an ausgesetzen Plätzen in den Bergen und jeder Stein könnte vermutlich viel erzählen.
Wir haben überlegt uns auch Jerewan noch anzuschauen. Da wir aber in Tiflis schon viel Stadt hatten und auch von der Türkei noch Einiges sehen wollen, werden wir die Hauptstadt Armeniens morgen links liegen lassen und wieder zurück nach Georgien fahren. Eine der östlichen Grenzen zwischen Georgien und der Türkei soll offen sein, so dass wir den Weg ohne Umweg über Batumi nehmen können (einen direkten Weg von Armien in die Türkei gibt es leider nicht).
Samstag, 24. Mai 2014
Willkommen in Armenien
Trotz aller Befürchtungen haben wir unsere Hosen noch zu gekriegt und auf die Motorräder haben wir es auch geschafft. Am Vormittag sind wir bei schönstem Wetter durch Kachetien, den Rheingau Georgiens gefahren. Im Unterschied zum Rheingau gibt es aber nicht nur Riesling, sondern an die 200 verschiedene Rebsorten und statt des Taunus stehen hier stattliche 2000er an der Grenze zu Aserbaidschan.
Nach der Ehrenrunde im Osten Georgiens sind wir dann in den Süden zur armenischen Grenze gefahren. Dort hat uns zuerst ein nettes Gewitter empfangen. Die Grenzer waren aber entspannt und freundlich, die wenigen Formalitäten schnell erledigt. Auf der armenischen Seite kam uns dann ein hilfsbereiter junger Mann entgegen, der uns vor den Polizeikontrollen warnen und eine Versicherung verkaufen wollte. 25 Euro für 10 Tage! Na gut. Die Sache mit der Versicherung und den Kontrollen kommt uns bekannt vor (siehe Kasachstan), wird also stimmen. Auch die Vielzahl der Büros spricht für die Notwendigkeit, aber der Preis... Da holen wir doch lieber eine zweite Meinung ein. Der arme Kerl ist heute leider an die falschen Touristen geraten - wir bekommen beide Versicherungen für 7,50 Euro und die Fahrt kann weiter gehen.
Die Menschen, denen wir in der kurzen Zeit begegnen, sind alle sehr nett. Schon an der Grenze wurden wir auf russisch und englisch angesprochen und willkommen geheißen. Auch unterwegs wird gewunken und per Lichthupe und Daumen nach oben gegrüßt (Lichthupe heißt hier nicht, dass an der nächsten Ecke ein Blitzer steht).
Die Landschaft ist toll. Wir fahren durch ein enges Tal, in dem einmal viele Unternehmen tätig gewesen sein müssen. Vieles sieht jetzt verlassen und verfallen aus. Das nächste Gewitter tobt sich aus und wir warten an einer alten Tankstelle auf die nächste Regenlücke. Es ist schon fast dunkel, als wir ein Schild zu einem Hotel sehen. Leider ist dort alles belegt. Aber - als ich erwähne dass wir ein Zelt dabei haben, wird uns schon die Baustelle hinter dem Haus gezeigt und es findet sich ein schickes trockenes und überdachtes Plätzchen für die Nacht. Die Jungs von der Baustelle sitzen noch beim Schaschlick am schon fertigen Kamin und wir werden herzlich eingeladen. Insgesamt ein toller Start in Armenien!
Nach der Ehrenrunde im Osten Georgiens sind wir dann in den Süden zur armenischen Grenze gefahren. Dort hat uns zuerst ein nettes Gewitter empfangen. Die Grenzer waren aber entspannt und freundlich, die wenigen Formalitäten schnell erledigt. Auf der armenischen Seite kam uns dann ein hilfsbereiter junger Mann entgegen, der uns vor den Polizeikontrollen warnen und eine Versicherung verkaufen wollte. 25 Euro für 10 Tage! Na gut. Die Sache mit der Versicherung und den Kontrollen kommt uns bekannt vor (siehe Kasachstan), wird also stimmen. Auch die Vielzahl der Büros spricht für die Notwendigkeit, aber der Preis... Da holen wir doch lieber eine zweite Meinung ein. Der arme Kerl ist heute leider an die falschen Touristen geraten - wir bekommen beide Versicherungen für 7,50 Euro und die Fahrt kann weiter gehen.
Die Menschen, denen wir in der kurzen Zeit begegnen, sind alle sehr nett. Schon an der Grenze wurden wir auf russisch und englisch angesprochen und willkommen geheißen. Auch unterwegs wird gewunken und per Lichthupe und Daumen nach oben gegrüßt (Lichthupe heißt hier nicht, dass an der nächsten Ecke ein Blitzer steht).
Die Landschaft ist toll. Wir fahren durch ein enges Tal, in dem einmal viele Unternehmen tätig gewesen sein müssen. Vieles sieht jetzt verlassen und verfallen aus. Das nächste Gewitter tobt sich aus und wir warten an einer alten Tankstelle auf die nächste Regenlücke. Es ist schon fast dunkel, als wir ein Schild zu einem Hotel sehen. Leider ist dort alles belegt. Aber - als ich erwähne dass wir ein Zelt dabei haben, wird uns schon die Baustelle hinter dem Haus gezeigt und es findet sich ein schickes trockenes und überdachtes Plätzchen für die Nacht. Die Jungs von der Baustelle sitzen noch beim Schaschlick am schon fertigen Kamin und wir werden herzlich eingeladen. Insgesamt ein toller Start in Armenien!
Freitag, 23. Mai 2014
Unser Kurzurlaub in Tiflis geht zu Ende. Wir haben - trotz des sagen wir "nicht ganz optimalen" Wetters (gestern hat es auch nur geregnet und erst heute nachmittag war die Sonne gnädig und hat sich hervorgewagt) eine Menge gesehen, viele nette Leute kennengelernt und noch viel mehr gegessen. Morgen schauen wir, ob die Motorradhosen noch zugehen und wir es, vollgefuttert wie wir sind, noch auf unsere Motorräder schaffen.
Hier noch ein kurzer Ausflug in die georgische Küche: Khachapuri ist das weltleckerste Brot, das es nur in Georgien gibt. Schon das "normale" Brot, das im Lehmofen gebacken wird, ist superlecker. Das mit Käse und manchmal auch Ei gefüllte Khachapuri ist aber es der Hammer - sowohl im Geschmack als auch seiner reichhaltigen Zusammensetzung. Es gibt verschiedene Varianten davon, mal ist der Käse zwischen den Teigschichten, mal darauf, mal als Insel mit Ei in der Mitte (siehe unten). Mal ist es ein einfacher Mehl-Hefe-Teig, mal Blätterteig oder irgendetwas dazwischen. Mal kauft man es am Kiosk in der Metro-Unterführung, mal wird es im Restaurant serviert oder als Stockbrot am Imbiss zubereitet. Unser perfektes georgisches Essen: ein Khatchapuri und ein paar Tomaten mit frischen Kräutern - ein guter Tipp für das nächste Grillen zu Hause!
Hier noch ein kurzer Ausflug in die georgische Küche: Khachapuri ist das weltleckerste Brot, das es nur in Georgien gibt. Schon das "normale" Brot, das im Lehmofen gebacken wird, ist superlecker. Das mit Käse und manchmal auch Ei gefüllte Khachapuri ist aber es der Hammer - sowohl im Geschmack als auch seiner reichhaltigen Zusammensetzung. Es gibt verschiedene Varianten davon, mal ist der Käse zwischen den Teigschichten, mal darauf, mal als Insel mit Ei in der Mitte (siehe unten). Mal ist es ein einfacher Mehl-Hefe-Teig, mal Blätterteig oder irgendetwas dazwischen. Mal kauft man es am Kiosk in der Metro-Unterführung, mal wird es im Restaurant serviert oder als Stockbrot am Imbiss zubereitet. Unser perfektes georgisches Essen: ein Khatchapuri und ein paar Tomaten mit frischen Kräutern - ein guter Tipp für das nächste Grillen zu Hause!
| Adjaruli Khachapuri |
Mittwoch, 21. Mai 2014
Tbilisi - Tiflis
Diese Stadt ist wirklich sehenswert! Leider hat uns das Wetter ein bisschen im Stich gelassen. Eigentlich ist der Mai der regenärmste Monat und eigentlich gibt es hier zu dieser Jahreszeit nie mehr als einen kurzen Regenschauer. Aber extra für uns Touristen hat das Wetter eine Ausnahme gemacht. Gestern hatten wir 15 Grad und Dauerregen und auch für heute war starker Regen gemeldet. Bis Samstag soll laut Wettervorhersage keine Besserung in Sicht sein....
Heute hatten wir dann aber doch Glück, es ist wider alle Vorhersagen trocken geblieben und wir waren den ganzen Tag in der Stadt unterwegs. Neben einem ganzen Haufen alter und neuer, georgischer und armenischer, kleiner und großer Kirchen gibt es Märkte, viele Prachtbauten (vor allem noch aus sowjetischer Zeit, von denen viele sich an ihre besten Zeiten kaum noch erinnern können), Schwefelbäder, eine Seilbahn zum Kastel, eine Zahnradbahn zu einem Park auf dem Heiligen Berg und und und... Und zu jeder Ecke der Stadt gibt es tolle Erinnerungen und Geschichten unserer ganz persönlichen Stadtführerin.
Neben vielen Kilometern, die wir jetzt schon ohne Motorrad in der Stadt zurückgelegt haben, ist das zweite Hauptthema das Essen. Die türkische Küche hat uns bisher nicht besonders überrascht, da es davon auch bei uns Vieles gibt. Die georgische Küche ist in Deutschland völlig unbekannt aber sehr, sehr empfehlenswert! Sie hat sehr viel Unterschiedliches zu bieten und natürlich lässt es sich keiner nehmen, uns das Beste zu servieren. Ein Besuch ohne einen gut gefüllten Tisch ist nicht möglich - auch wenn man sich vorher ausdrücklich nur zum Kaffee angemeldet hat ;o)
Bis Samstag sind wir noch in der Stadt. Dann haben sich die dicken Wolken und der Regen hoffentlich verzogen und wir wagen noch einen Abstecher nach Armenien. Soweit der Plan...
Heute hatten wir dann aber doch Glück, es ist wider alle Vorhersagen trocken geblieben und wir waren den ganzen Tag in der Stadt unterwegs. Neben einem ganzen Haufen alter und neuer, georgischer und armenischer, kleiner und großer Kirchen gibt es Märkte, viele Prachtbauten (vor allem noch aus sowjetischer Zeit, von denen viele sich an ihre besten Zeiten kaum noch erinnern können), Schwefelbäder, eine Seilbahn zum Kastel, eine Zahnradbahn zu einem Park auf dem Heiligen Berg und und und... Und zu jeder Ecke der Stadt gibt es tolle Erinnerungen und Geschichten unserer ganz persönlichen Stadtführerin.
Neben vielen Kilometern, die wir jetzt schon ohne Motorrad in der Stadt zurückgelegt haben, ist das zweite Hauptthema das Essen. Die türkische Küche hat uns bisher nicht besonders überrascht, da es davon auch bei uns Vieles gibt. Die georgische Küche ist in Deutschland völlig unbekannt aber sehr, sehr empfehlenswert! Sie hat sehr viel Unterschiedliches zu bieten und natürlich lässt es sich keiner nehmen, uns das Beste zu servieren. Ein Besuch ohne einen gut gefüllten Tisch ist nicht möglich - auch wenn man sich vorher ausdrücklich nur zum Kaffee angemeldet hat ;o)
Bis Samstag sind wir noch in der Stadt. Dann haben sich die dicken Wolken und der Regen hoffentlich verzogen und wir wagen noch einen Abstecher nach Armenien. Soweit der Plan...
Montag, 19. Mai 2014
Georgien
Wir sind jetzt seit drei Tagen in Georgien und inzwischen in Tbilisi (Tiflis) angekommen. Hier sind wir herzlich empfangen worden.
Das Wetter hat es mit uns bisher nicht allzu gut gemeint. Seit wir die Grenze passiert haben, war es eher kühl und gestern mussten wir sogar unsere Regenklamotten auspacken. Trotz dichter Wolken ist das Fahren in dieser tollen Landschaft aber trotzdem sehr schön. Wir haben bisher die quirlige Hafenstadt Batumi gesehen und das eher langweilige Gori, dass sich eigentlich nur dadurch auszeichnet, dass Stalin dort geboren wurde. Heute Morgen waren wir in der uralten Hoehlenstadt Ublisziche und den ersten Stadtrundgang in Tiflis haben wir auch schon hinter uns. Garniert wird das Ganze mit superleckerem Essen und der tollen Gesellschaft von Jana, ihrer Familie und den Freunden.
Die nächsten Tage werden wir in der Stadt und Umgebung sein und bestimmt noch einiges sehen, von dem wir berichten können.
Das Wetter hat es mit uns bisher nicht allzu gut gemeint. Seit wir die Grenze passiert haben, war es eher kühl und gestern mussten wir sogar unsere Regenklamotten auspacken. Trotz dichter Wolken ist das Fahren in dieser tollen Landschaft aber trotzdem sehr schön. Wir haben bisher die quirlige Hafenstadt Batumi gesehen und das eher langweilige Gori, dass sich eigentlich nur dadurch auszeichnet, dass Stalin dort geboren wurde. Heute Morgen waren wir in der uralten Hoehlenstadt Ublisziche und den ersten Stadtrundgang in Tiflis haben wir auch schon hinter uns. Garniert wird das Ganze mit superleckerem Essen und der tollen Gesellschaft von Jana, ihrer Familie und den Freunden.
Die nächsten Tage werden wir in der Stadt und Umgebung sein und bestimmt noch einiges sehen, von dem wir berichten können.
Sonntag, 18. Mai 2014
Neuschwanstein
Samstag, 17. Mai 2014
Nach einem super Frühstück starten wir, um das Sumela-Kloster südlich von Trabzon zu besichtigen. Bisher haben wir nirgends viele Touristen gesehen, daher rechnen wir nicht mit allzuviel Andrang. Aber weit gefehlt! Das Sumela-Kloster ist so etwas wie Schloss Neuschwanstein auf der "Must-see"-Liste der Türkei. Schon kurz vor dem ersten Parkplatz wundern wir uns, wo all die Busse herkommen. Die müssen heute morgen alle an uns vorbeigefahren sein...
Wir fahren weiter auf der Straße zum nächsten Parkplatz und der Ausblick auf das Kloster ist beeindruckend. Alles erinnert irgendwie an Neuschwanstein. Wir passieren einen Wasserfall, vor dem viele Bilder geschossen werden (in Neuschwanstein ist das die Marienbrücke), es gibt Souvenir-Stände und örtliche Musikanten. Vor der Kasse und auf der Treppe zum eigentlichen Kloster tummeln sich die Besucher. Und hier wird klar, warum das Neuschwansteiner System mit Einlasszeiten auf den Karten, Vorbestellungen usw. Sinn macht ;o)
Wir ergattern unsere Karten dann aber doch recht schnell und stellen uns in die Schlange, die die Treppe zum Kloster hochführt. Schon spannend, was Menschen so alles bauen. Hinter den Mauern an der steilen Feldwand liegen verschiedenen Gebäude. Es gibt eine Bäckerei, einen Speisesaal mit Kühlkammer, eine Bibliothek usw. Die Felsenkirche ist geschmückt mit Malereien, von denen allerdings leider viele bekritzelt und zerkratzt wurden. Ein paar ernst dreinschauende Beamte sorgen dafür, dass beim Fotografieren nicht geblitzt wird, die Kugelschreiber- und Taschenmesser-Banditen hat aber leider niemand aufgehalten.
Auf dem Weg zurück ins Tal ist inzwischen das Chaos ausgebrochen. Zum Glück sind wir per Motorrad unterwegs und können uns durch das Wirrwarr an Bussen, Autos, Taxis usw. schlängeln.
Auf dem Weg in Richtung georgische Grenze verschwindet die Sonne hinter dichten Wolken - es blebit aber trocken. Die Grenze ist schnell passiert und wir fahren nach Batumi, das nur ein paar Kilometer entfernt ist.
Erstes Zwischenfazit: die Nordtürkei ist sehr abwechslungsreich, die Menschen nett, das Essen gut. Eine Frage bleibt offen. Wo ist eigentlich die Fladenbrot-Türkei? Bisher haben wir kein einziges Fladenbrot gesehen...
Freitag, 16. Mai 2014
So viele nette Leute
Heute berichten wir mal von unseren Begegnungen. Eins vorneweg – alle waren durchweg positiv. Es fing schon am ersten Tag mit einem geschenkten Nachtisch an. Darauf sollten noch viele weitere Nettigkeiten folgen. Wir wurden zum Tee eingeladen, zum Nachtisch gab’s mal Baklava, mal Quark mit Honig und Nüssen und heute wurde uns nach dem Essen noch ein Teller mit heißen Kartoffeln (?!) gereicht. Beim Köfte-Burger-Mittagessen auf dem Gelände eines Busbahnhofs an der Schwarzmeerküste wurde reichlich Ayran angeboten und Trinkgeld vehement abgelehnt. Im Laden nebenan, in dem wir unseren Vorrat an Getränken und Süßigkeiten aufgestockt haben, wurden erst Okes Knieschützer einem Check unterzogen und dann noch ein Schokoriegel auf Kosten des Hauses in die Tüte gesteckt.
Schade ist, dass wir uns oft nur schlecht verständigen können. Die Leute sind so herzlich und neugierig und wir hangeln uns mit Hilfe des Wörterbuchs durch ein sehr stockendes Gespräch, in dem wir gerade mal austauschen können woher wir kommen und wohin unsere Reise gehen soll. Nur wenige Male wurden wir auf Deutsch angesprochen oder es war jemand dabei, der ein paar Brocken englisch konnte. Ich lerne zwar jeden Tag ein türkisches Wort dazu, aber über „Danke“, ein paar Zahlen, „Ja“, „Nein“ und „1 Nacht“ komme ich leider nicht hinaus.
Im Moment liegen wir im Zelt in der Nähe von Trabzon und lauschen dem Bach, der durch die Forellenzucht läuft, in der jetzt ein Fisch weniger schwimmt – den gab’s zum Abendessen. Morgen steht die Besichtigung des Sumeli-Klosters auf dem Plan und danach geht’s schon zur georgischen Grenze.
Ich bin gespannt, ob in Georgien mit meinen Russisch-Brocken mehr Verständigung möglich ist.
Schade ist, dass wir uns oft nur schlecht verständigen können. Die Leute sind so herzlich und neugierig und wir hangeln uns mit Hilfe des Wörterbuchs durch ein sehr stockendes Gespräch, in dem wir gerade mal austauschen können woher wir kommen und wohin unsere Reise gehen soll. Nur wenige Male wurden wir auf Deutsch angesprochen oder es war jemand dabei, der ein paar Brocken englisch konnte. Ich lerne zwar jeden Tag ein türkisches Wort dazu, aber über „Danke“, ein paar Zahlen, „Ja“, „Nein“ und „1 Nacht“ komme ich leider nicht hinaus.
Im Moment liegen wir im Zelt in der Nähe von Trabzon und lauschen dem Bach, der durch die Forellenzucht läuft, in der jetzt ein Fisch weniger schwimmt – den gab’s zum Abendessen. Morgen steht die Besichtigung des Sumeli-Klosters auf dem Plan und danach geht’s schon zur georgischen Grenze.
Ich bin gespannt, ob in Georgien mit meinen Russisch-Brocken mehr Verständigung möglich ist.
Donnerstag, 15. Mai 2014
Schwarzmeerküste und mehr
Gestern haben wir uns auf den Weg zur Schwarzmeerküste gemacht. Nach einem kurzen Stopp in Safranbolu - der Stadt, die nach dem Gewürz Safran benannt ist, haben wir uns eine Pension in dem idyllischen Örtchen Amasra an der Schwarzmeerküste gesucht. Der Ort liegt auf einer Halbinsel, links und rechts davon sind zwei kleine Häfen. Amasra ist sehr geschäftig - auch hier ist vom Touristenrummel viel zu erahnen, aber noch nichts zu merken. Die kleinen Läden sind vollgestopft mit allen möglichen Souvenirs, die Händler haben im Moment aber nicht viel mehr zu tun als miteinander zu quatschen. Im Fischrestaurant mit offenem Fenster zum Meer waren wir bald die einzigen Gäste (was eindeutig nicht an der Qualität des Essens oder der Freundlichkeit der Kellner gelegen haben kann).
Nach einem Frühstück auf der kleinen Terrasse direkt über dem Meer und netter Gesellschaft von einem ganzen Rudel erfolgreich bettelnder Katzen, haben wir uns auf den Weg entlang der Küste gemacht. Vor uns lagen 170 Kilometer feinste Kurvenstrecke, in stetigem Auf und Ab entlang der Steilküste. Mal ging es ein Stück ins Hinterland, dann wieder zurück an die Küste mit Blick auf Buchten und kleine Ortschaften. Zum Mittagessen waren wir in Inebolu - wobei mein Hunger sich in Grenzen hielt - mein Magen war noch damit beschäftigt seine Grube wiederzufinden und sich nach dem Geschaukel wieder zu beruhigen.
Der Nachmittag, an dem es in Richtung Amasya in Zentralanatolien ging, war sehr abwechslungsreich. Wir hatten Temperaturen von Anfang zwanzig bis 32 Grad, sind über diverse Höhen gekurvt, haben in der Ferne schneebedeckte Gipfel gesehen und von langsam bis schnell war alles dabei. Mit dem Tempolimit nehmen wir es übrigens nicht mehr so genau. Nach moralischer Unterstützung eines netten Bekannten haben wir unsere braven Vorsätze uns an die Regeln zu halten über Bord geworfen und sind so deutlich flotter voran gekommen.
Die Schwarzmeerküste ist von dicht bewaldeten Bergen geprägt und sieht ein bisschen aus, als hätte man den Schwarzwald oder die Alpen an die See versetzt. 150 km weiter Richtung Zentraltürkei werden die Berge bzw. Hügel dann sehr karg und die Häuser einfacher. Die Gegend erinnert an die Sierra Nevada sagt Oke. Woher er das weiß? Er hat viele Western gesehen, die dort gedreht wurden ;o)
Auf die Hügel folgen dann geflutete Felder (Reis?) und Flachland. Amasya wiederum ist umgeben von Felsen. Die kleinen Häuser, deren Erker über den Fluss ragen, sind nachts hübsch beleuchtet. Darüber liegen haushohe Felsengräber, die wir uns morgen vielleicht noch aus der Nähe anschauen wollen. Der Wettstreit der örtlichen Muezzine begleitet uns ins Hotel. Draußen sind es noch weit über zwanzig Grad...
Hab ich schon was zum heutigen Essen gesagt? Für die nächste Reise wünsche ich mir ein Hammel-freies Land. Voller Vorfreude habe ich mit ein Tokat Kebab bestellt, Fleisch, das mit Kartoffeln und Augerginen gegrillt wird. Ich habe aber nicht bedacht, dass wir inzwischen schon weit in Lammland vorgedrungen sind. So kam Oke zu einer doppelten Fleischprotion und ich zu einem trotzdem leckeren vegetarischen Abendessen.
Nach einem Frühstück auf der kleinen Terrasse direkt über dem Meer und netter Gesellschaft von einem ganzen Rudel erfolgreich bettelnder Katzen, haben wir uns auf den Weg entlang der Küste gemacht. Vor uns lagen 170 Kilometer feinste Kurvenstrecke, in stetigem Auf und Ab entlang der Steilküste. Mal ging es ein Stück ins Hinterland, dann wieder zurück an die Küste mit Blick auf Buchten und kleine Ortschaften. Zum Mittagessen waren wir in Inebolu - wobei mein Hunger sich in Grenzen hielt - mein Magen war noch damit beschäftigt seine Grube wiederzufinden und sich nach dem Geschaukel wieder zu beruhigen.
Der Nachmittag, an dem es in Richtung Amasya in Zentralanatolien ging, war sehr abwechslungsreich. Wir hatten Temperaturen von Anfang zwanzig bis 32 Grad, sind über diverse Höhen gekurvt, haben in der Ferne schneebedeckte Gipfel gesehen und von langsam bis schnell war alles dabei. Mit dem Tempolimit nehmen wir es übrigens nicht mehr so genau. Nach moralischer Unterstützung eines netten Bekannten haben wir unsere braven Vorsätze uns an die Regeln zu halten über Bord geworfen und sind so deutlich flotter voran gekommen.
Die Schwarzmeerküste ist von dicht bewaldeten Bergen geprägt und sieht ein bisschen aus, als hätte man den Schwarzwald oder die Alpen an die See versetzt. 150 km weiter Richtung Zentraltürkei werden die Berge bzw. Hügel dann sehr karg und die Häuser einfacher. Die Gegend erinnert an die Sierra Nevada sagt Oke. Woher er das weiß? Er hat viele Western gesehen, die dort gedreht wurden ;o)
Auf die Hügel folgen dann geflutete Felder (Reis?) und Flachland. Amasya wiederum ist umgeben von Felsen. Die kleinen Häuser, deren Erker über den Fluss ragen, sind nachts hübsch beleuchtet. Darüber liegen haushohe Felsengräber, die wir uns morgen vielleicht noch aus der Nähe anschauen wollen. Der Wettstreit der örtlichen Muezzine begleitet uns ins Hotel. Draußen sind es noch weit über zwanzig Grad...
Hab ich schon was zum heutigen Essen gesagt? Für die nächste Reise wünsche ich mir ein Hammel-freies Land. Voller Vorfreude habe ich mit ein Tokat Kebab bestellt, Fleisch, das mit Kartoffeln und Augerginen gegrillt wird. Ich habe aber nicht bedacht, dass wir inzwischen schon weit in Lammland vorgedrungen sind. So kam Oke zu einer doppelten Fleischprotion und ich zu einem trotzdem leckeren vegetarischen Abendessen.
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